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Kindersitz-TestBei keinem reicht es für ein "Sehr gut"

Der ÖAMTC hat 23 Sitze getestet und dabei kein "Nicht genügend", aber auch kein "Sehr gut" vergeben.

© REDPIXEL/stock.adobe.com
 

Auch 2020 haben der ÖAMTC und seine Partner wieder aktuelle Kindersitze in Hinblick auf Sicherheit, Bedienung und Ergonomie sowie den Schadstoffgehalt getestet. Steffan Kerbl, Kindersitz-Experte des Mobilitätsclubs, zu den Ergebnissen: "Es gab diesmal zwar kein 'sehr gut', allerdings musste auch keines der 23 Modelle mit 'nicht genügend' bewertet werden. Daran zeigt sich schon, dass die Hersteller unsere Empfehlungen und Verbesserungsvorschläge ernst nehmen."

Im Detail wurden 17 der 23 getesteten Kindersitze mit "gut" bewertet, fünf erreichten ein "befriedigend", ein Modell war "genügend".

Ein Problem, das in den vergangenen Jahren im ÖAMTC-Test oft zur Abwertung eigentlich guter Sitze geführt hat, war die Schadstoffbelastung. "Vor allem in den Bezügen wurden immer wieder krebserregende Stoffe gefunden. Erfreulich, dass diesmal alle Modelle gute bis sehr gute Ergebnisse in diesem Kriterium erzielen – es geht also auch ohne teils hochgiftige Substanzen", hält Kerbl fest. Sehr wenig zu bemängeln gab es ferner in Sachen Ergonomie: Platzangebot im Sitz, Platzbedarf im Auto, Sitzposition und Komfort sind bei fast allen Modellen im grünen Bereich.

In den Bereichen Sicherheit und Bedienung sind hingegen bei einigen Kindersitzen Abstriche zu machen. ÖAMTC-Experte Kerbl: "Hier sticht mit dem Modell "Osann Flux Plus" der einzige mit 'genügend' beurteilte Sitz besonders hervor. Bei diesem günstigen Modell wurde erhöhtes Verletzungsrisiko bei einem Frontalcrash festgestellt, außerdem könnte der Sitz stabiler im Fahrzeug stehen. Hinzu kommt, dass die Gurtführung recht kompliziert ist, was dazu führen kann, dass das Kind nicht korrekt gesichert ist."

Der richtige Sitz ist das Um und Auf

Bei der Auswahl des passenden Sitzes und beim Einbau ins eigene Auto helfen sollte man auf den Rat des Experten zurückgreifen. Denn nur, wenn der Kindersitz korrekt eingebaut wurde, kann er im Fall des Falles seine volle Wirkung entfalten.

Das Testergebnis zum Nachlesen unter www.oeamtc.at

Dass auch ein teureres Modell nicht vor Bedienungsfehlern schützt, zeigt sich an der Sitzschale "Beryl" von Maxi-Cosi: Dieses Modell deckt einen großen Altersbereich (von der Geburt bis etwa sieben Jahre) ab, was einige Eigenheiten beim Einbau zur Folge hat. So müssen kleine Kinder entgegen, Kinder ab 13 Kilogramm Gewicht in Fahrtrichtung gesichert werden. Bei Kindern über 18 Kilogramm ist zusätzlich zu Isofix auch der Fahrzeuggurt zur Sicherung zu verwenden – all das kann z. B. dazu führen, dass Eltern den Sitz zu früh in Fahrtrichtung befestigen oder ihn zu lange ohne Fahrzeuggurt verwenden.

Der aktuelle Kindersitz-Test des ÖAMTC Foto © ÖAMTC

Mit dem "Chicco Fold & Go i-Size" und dem "Mifold Hifold Fit and Fold Booster" waren diesmal zwei zusammenklappbare Kindersitze im ÖAMTC-Test vertreten. Das Urteil von Steffan Kerbl: "Beide Modelle erreichen ein 'befriedigend'. Sie zeichnen sich im gefalteten Zustand durch geringen Platzbedarf aus und richten sich damit an Familien, die z. B. im Urlaub mit verschiedenen Verkehrsmitteln unterwegs sind oder auf Sharing-Angebote setzen."

Gesichert werden Kinder im Alter von rund 4 bis 12 Jahren in diesen Modellen (genau genommen sind es Sitzerhöher mit Rückenlehne) durch den Fahrzeuggurt, beim Chicco ist in manchen Fahrzeugmodellen zusätzlich Isofix möglich. Während beim Chicco durch diverse Zusatzelemente (Gurtpolster, Seitenaufprallschutz) die Bedienung etwas komplizierter ist, wurde beim Mifold erhöhtes Verletzungsrisiko beim Seitenaufprall festgestellt. Insgesamt sind aber beide Modelle für den genannten Verwendungszweck geeignet.

Kommentare (1)

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Miraculix11
0
7
Lesenswert?

Statt dass man sich freut...

...dass ein Kindersitz beim wachsenden Kind für viele Jahre verwendet werden kann wird das negativ bewertet weil Eltern ihn falsch verwenden könnten :-)