KultkistenDer Toyota Corona war garantiert nicht ansteckend

Sagen wir es so: Aus heutiger Sicht wäre der Toyota Corona alleine des Namens wegen kein Erfolg geworden. So aber hielt er sich neun Generationen lang.

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Die fünfte Generation des Toyota Corona (1973-1978) © TOYOTA
 

Wie heißt es so schön: Konkurrenz belebt das Geschäft. Dass man derartige Sprüche in Japan aber etwas ernster als sonst wo auf der Welt nimmt, zeigt sich an jenem Toyota mit dem heutzutage wohl eindringlichsten Namen, den man sich vorstellen kann: Corona.

Alles begann 1957. Corona, Generation 1 sollte das Topmodell der Palette werden, war mit einem Liter Hubraum und 33 PS solide motorisiert. Aber ein Vögelchen verdeckte ihm den ungehinderten Blick auf die Sonne: Nissans Bluebird nämlich zielte auf die gleiche Kundschaft ab, und das gefiel Toyota natürlich überhaupt nicht. Dieser Konflikt sollte als „BC War“, als Krieg zwischen Bluebird und Corona ins goldene Buch der Erinnerungen Eintrag finden, wobei die Wahl der Waffen unterschiedlicher nicht hätte sein können.

NISSAN
Der Nissan Bluebird der vierten Generation (1967-1972) © NISSAN

Der Nissan Bluebird setzte auf Innovation und technische Neuerungen, wohingegen der Toyota Corona lieber durch Solidität und Qualität überzeugen wollte. Die erste Runde ging an Nissan, doch der Kampf um die Vorherrschaft am japanischen Markt war damit noch lange nicht entschieden. Die zweite Auflage, lanciert 1960, hatte schon 1,9 Liter Hubraum und 80 PS und kam nicht nur als Limousine und Kombi, sondern auch als Pick-up auf den Markt. Das Blatt fing an, sich zu wenden.

Inzwischen ging auch der Konflikt in die nächste Runde. Die Schlammschlacht der zwei Autokonzerne lief auf Hochtouren. Es wurde in den Medien gegen den Konkurrenten Stimmung gemacht, doch die beharrliche Herangehensweise, immer mehr Qualität und Haltbarkeit sowie immer neue Karosserievarianten – sogar ein Coupé gab es – beförderten den Corona, der in vielen Ländern bald Carina heißen sollte, endgültig an die Spitze der Verkaufs-Charts.

Von welchen Stückzahlen hier die Rede ist? Nun: Anlässlich des zehn Millionsten produzierten Coronas legte Toyota 1990 den Super Roomy auf. Eine um 210 Millimeter verlängerte Variante, streng limitiert auf bescheidene 500 Stück.

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