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Zwei-Sekunden-RegelWie groß der Sicherheitsabstand wirklich sein muss

Zwei Drittel der österreichischen Autofahrer halten den Sicherheitsabstand nach Gefühl. Und das ist meist viel zu wenig.

© Sven Krautwald/stock.adobe.com
 

Zu wenig Sicherheitsabstand zählt zum riskantesten Fehlverhalten und den häufigsten Unfallursachen auf Österreichs Autobahnen. Jeder achte Unfall mit Verletzten auf Autobahnen ist jedes Jahr die Folge von zu wenig Sicherheitsabstand. Und in Kombination mit anderen Ursachen, etwa Ablenkung oder zu hohes Tempo, ist mangelnder Abstand Mit-Ursache bei fast jedem zweiten - auch tödlichen - Unfall.

Die große Mehrheit der Lenker schätzt den eigenen Abstand völlig falsch ein, ergab eine Umfrage: Das IFES-Institut hat im April im Auftrag der Asfinag 1000 Lenker befragt. Zwei Drittel gaben dabei an, dass der Sicherheitsabstand für sie reine Gefühlssache ist. Nur jeder Fünfte zählt auch die Sekunden und konnte den korrekten Abstand angeben. 75 Prozent sagen zwar, dass sie zwei Sekunden Abstand immer oder meistens einhalten.

Sicherheitsabstand

Geregelt ist der Sicherheitsabstand in der Straßenverkehrsordnung (StVO). Die Zwei-Sekunden sind dort nicht festgeschrieben, jedoch ein Abstand, dass jederzeit das rechtzeitige Anhalten möglich ist, "auch wenn das vordere Fahrzeug plötzlich abgebremst wird".
Ein Sicherheitsabstand zwischen nur 0,2 bis 0,4 Sekunden ist eines der Vormerkdelikte. Bei Abständen unter 0,2 Sekunden wird der Führerschein wegen mangelnder Verkehrszuverlässigkeit entzogen. Und extreme Abstandsunterschreitungen können als Nötigung gewertet und bestraft werden.

Die Hälfte schätzt aber die Länge ihres üblichen Sicherheitsabstand bei 130 km/h mit maximal vier Fahrzeuglängen ein - das sind nicht einmal 20 Meter und damit 50 zu wenig. Gleichzeitig bezeichnen 61 Prozent zu geringen Abstand anderer - dichtes Auffahren oder Drängeln - als das Verhalten, durch das sie sich am öftesten und stärksten gefährdet fühlen. Fast die Hälfte - 47 Prozent - berichteten auch von eigenem Drängeln aufgrund von Ungeduld.

So misst man den Abstand

„Zwei Sekunden Abstand“ - das ist die gängige Faustregel für den Abstand auf der Autobahn. Hier wird eine fixe Stelle auf der Fahrbahn fixiert, sobald das vorherfahrende Auto diese Stelle passiert, beginnt man langsam 21, 22 zu zählen. Erst dann darf man selbst den angepeilten Punkt erreichen, sonst ist der Abstand zu gering, lernt jeder Führerscheinneuling bereits in der Fahrschule. Nur jeder vierte wusste bei der Umfrage, wie groß die Distanz bei 130 km/h sein soll - es sind 70 Meter.

Auch bei optimalen Bedingungen wie guter Sicht und ausgeruhte Fahrer kann im Ernstfall mehr als eine Sekunde bis zum Tritt auf die Bremse (Reaktionszeit) vergehen, die dann erst die volle Kraft entfalten muss. Die zweite Sekunde dient also zum Ausgleich etwaiger Bremswegunterschiede. Nur wer ausreichend Abstand hält, hat also überhaupt eine Chance, eine Kollision zu vermeiden.

Kommentare (5)

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Nixalsverdruss
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Überholen lernen!

Es wäre wichtig, dass die Autofahrer wieder überholen lernen.
Leider kann sonntags ein LKW einen kompletten Stau auslösen, wenn die Autobahn nur zweispurig ist und es viele Autofahrer verabsäumen, den LKW zu überholen und sich sofort wieder einzuordnen.
Überholen und einordnen lautet daher die Devise, um Staus zu verhindern.
Oft wäre ein rigoroses Vorgehen gegen Drängler und Blockierer der Autobahnpolizei wünschenswert. Dies würde mehr bringen, als Autofahrer mit einer Geschwindigkeitsübertretung von rd. 10 km/h in "Wegelagerermanier" anzuzeigen!

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Butterkeks
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...

Sofort wieder einordnen ist falsch. Zuerst muss ein ausreichender Sicherheitsabstand gegeben sein, erst dann ist wieder auf die rechte Spur zu wechseln.

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Carlo62
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Ich fahre seit 2 Jahren teilautonom,

mit adaptiver Geschwindigkeits- und Abstandsregelung mit 2 Sekunden Abstand zum Vorderfahrzeug und ich kann folgende Erfahrungen berichten:
1) bei 2s Abstand fahren mindestens 3 Fahrzeuge von rechts herein, die selbst einen langsameren vor sich überholen.
2) oftmals wird man rechts überholt
3) ein langsam vorausfahrendes Fahrzeug fährt nie nach rechts, weil der/die Fahrerin gar nicht merkt, dass man überholen möchte, weil der Abstand ja sooo groß ist.

Einen 2s Abstand ist (fast) niemand gewohnt auf unseren Straßen!

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DukeNude
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ich seit 2006

und kann als Punkt 4) anmerken, dass einem hinten aufgefahren wird, man täglich gelichthupt (jawohl ein schönes neues Wort) wird, weil man "zuviel" Abstand hält. Teils zucken die Leute hinter einem komplett aus, vor allem, wenn dann der Vordermann bremst und das Auto auch bremst, um die 2 Sekunden einzuhalten!

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Onlinebien
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so ist es, leider...

aber 1 bis knapp 2 Wagenlängen, bei Starkregen inkl. Hagel und schlechter Sicht, wie heute auf der A9 von Spielfeld Richtung Graz , auf Höhe Gralla, 30 Min. lang beobachtet...sind ein Wahnsinn. Und das bei Tempo 80 bis weit über 100 km/h. Dazu noch Manöver wie reinschneiden, abdrängen usw...War echt schockiert, selten soviel Wahnsinnige gesehen! und dann liest man, der Lenker ist als bisher ungeklärter Ursache von der Fahrbahn, dem Vordermann usw...an alle Egos, auf die paar Sekunden-/Minuten kommst wirklich nicht an, bitte nehmt Rücksicht aufeinander! :-)

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