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Walter Röhrl testetDer Seat Tarraco ist eine große Nummer

Walter Röhrl, Doppel-Rallye-Weltmeister und Kleine-Zeitung-Cheftester, über den neuen Seat Tarraco.

Test mit Schräglage: Cheftester Walter Röhrl mit dem E-Scooter von Seat © KK
 

Seat bleibt die Überraschung im VW-Konzern: Die strategische Ausrichtung zwischen einer SUV-Offensive, die die Spanier in die Erfolgsspur gebracht hat, und der Aufgabe im VW-Konzern, die urbane Mikromobilitätsschiene aufzubauen, macht die Marke fit für die Zukunft.

Man muss so weit ausholen, damit man den Tarraco einordnen kann: Denn Seat spielt sich bei dem mit 4,74 Metern größten SUV der Spanier mit beiden Welten. Man legt dem Käufer einen E-Scooter in den Kofferraum.

Der Tarraco auf den ersten Blick: Groß, ohne klobig zu wirken. Stattlich, ohne statisch zu erscheinen. Die Verarbeitungsqualität erscheint gut. Auch mit der Digitalisierung im Cockpit kann ich mich anfreunden: übersichtlich und klar. Der mittlere Bildschirm besitzt eine perfekte Position zum Ablesen, Bedienen etc., nur die Einbettung ist nicht ideal.

Modellvorstellung: Seat Tarraco

Ateca, Arona – jetzt der Tarraco: Als drittes SUV schickt Seat den Tarraco ins Rennen. Weil er mit einer Länge von 4735 Millimetern auch das größte ist, nimmt er gleichzeitig die Position des Flaggschiffs der Marke ein.

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Und er ist auch ein Vorreiter, weil er als erstes Modell die neue Designsprache der Spanier ausführt, die man unter andere, am markanteren Kühlergrill, flankiert von LED-Scheinwerfern mit dreieckiger Lichtsignatur erkennt. Beim Heck potenziellen Siebensitzers lag das Augenmerk auf einer niedrigen, leicht zugänglichen Ladefläche, aber die Blechschneider haben auch dort mit LED-Lichtern und dynamischen Blinkern optische Höhepunkte gesetzt.

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Egal, ob der Innenraum mit fünf oder sieben Sitzen bestückt ist: Darin prangt das volldigitale das virtuelle Cockpit aus dem Technikbaukasten des Volkswagen-Konzerns. Die individuell konfigurierbare Anzeige liefert dem Fahrer über ein hochauflösendes 10,25-Zoll-Display stets die wichtigsten Informationen direkt in sein unmittelbares Blickfeld. Zusätzlich prangt in der Mitte des Armaturenbretts ein Acht-Zoll-Display, über das die Insassen Zugriff auf die Konnektivitätsfunktionen haben.

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Folgende Motorisierungen werden den Tarraco antreiben: Da wäre ein 1.5-Liter-Benziner mit vier Zylindern und 150 PS, der in Verbindung mit einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe und Vorderradantrieb gereicht wird. Darüber rangiert 2-Liter mit 190 PS, der an ein Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb gekoppelt ist.

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Außerdem wird Seat das SUV mit einem 2-Liter-Diesel in zwei Leistungsstufen mit 150 und 190 PS anbieten. Die schwächere Variante kann mit Vorderradantrieb, Sechs-Gang-Schaltgetriebe oder Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und Allrad verbandelt werden, mit denen die stärkere Version standardmäßig vorfährt. Später wird es für den Tarraco auch alternative Antriebstechnologien geben – wir denken da zum Beispiel an Erdgas.

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Zudem bringt das neue Flaggschiff eine adaptive Fahrwerksregelung und zahlreiche elektronische Schutzengel mit. Bekannte Systeme wie Spurhalteassistent und das Umfeldbeobachtungssystem mit Notbremsfunktion, inklusive Radfahrer- und Fußgängererkennung, sind serienmäßig an Bord.

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Während Systeme wie der Toter-Winkel-Warner, die Verkehrszeichenerkennung, der Stauassistent, die automatische Distanzregelung sowie der Fernlicht- und der Notfallassistent optional erhältlich sind.

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Fahrerisch macht mir der Tarraco die größte Freude: Bei den Motoren würde ich mich für den Diesel entscheiden, wenn möglich für die 190 PS. Mit den 400 Nm Drehmoment hat man die ideale Unterstützung: Der Seat hängt gut am Gas und nur mit dem Diesel wird man bei dem Tarraco-Gewicht auf passable Verbrauchswerte kommen.

Der Abrollkomfort ist gelungen. Die unterschiedlichen Fahrmodi unterscheiden sich gering. Die Lenkung ist exakt und gut, das ganze Seat-Paket hat außerdem das gewisse Etwas. Und meine Kollegen vom Mobilitätsteil haben in der Wüste erfahren, dass der Allrad Nehmerqualitäten hat.

Plus & Minus

+ Erlebnis. Das Fahren ist ein Erlebnis - exzellente Lenkung, feiner Abrollkomfort. Der Tarraco ist richtig souverän.
+ Platzbedarf. Auch hier hat Seat alles richtig gemacht - vorne und beim Fond: perfekt. Dass es in der dritten, optionalen Reihe enger wird, ist klar.

- Einsatz. Die Materialauswahl könnte bei so einem tollen Wurf glamouröser sein. Sie ist brav, nicht mehr.

Die Materialauswahl/Innenausstattung ist nicht glamourös, sondern zweckmäßig. Dafür kann man beim Platzangebot punkten. Und trifft so den Kern der Botschaft. Der Tarraco ist ein Viel-Reisender, ein Multifunktionaler (dritte Sitzreihe möglich, Sitzkonfigurationen, Anschlüsse etc.), ein Platzmacher. Und wenn's zu eng wird, kommt der E-Scooter zum Einsatz. Der macht richtig Spaß, ehrlich.

Seat Tarraco

Preis: Der Basis-Benziner (150 PS) startet ab 31.990 Euro. 150-PS-Diesel ab 37.990, 190-PS-Diesel/Allrad/ 7-Gang-DSG ab 45.290 Euro.
Motor: 4-Zylinder-Turbodiesel mit 190 PS, max. Drehmoment 400 Nm bei 1750 bis 3250 U/min.  Verbrauch: 5,6 l Diesel auf 100 km (Werksverbrauch). Realverbräuche zwischen 7 und 8 l/100 km.
Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h 8 Sekunden.
Abmessungen: 4,74/1,84/1,66 Meter L/B/H, Kofferraum: 760 bis 1920 l.

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