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40 Jahre BMW M1Der Keil, der Geschichte schrieb

Vor 40 Jahren machte der BMW M1 als Nebendarsteller in der Formel 1 Karriere. Heute ist er eine Ikone – und ein rares Sammlerstück.

Der legendäre Sportler BMW M1 © BMW
 

Auf dem Pariser Autosalon 1978 war er das Objekt der Begierde. Der erste Supersportler der Bayern, der es Porsche und Ferrari zeigen sollte, zog mit seiner Keilform und den Klappscheinwerfern die Aufmerksamkeit auf sich. Der Plan war, bloß 450 Exemplare zu bauen: 400 Straßenautos mit 277 PS, der Rest Rennwagen mit 400 bis 1000 PS.

Doch kaum war der Premieren-Applaus von Paris verebbt, kam die Ernüchterung. Der Verkauf des M1 lief schleppend. BMW hatte für seine 4,3 Meter lange Flunder anfangs über 100.000 Mark aufgerufen – das war deutlich mehr, als man für einen Porsche 911 Turbo auf den Tisch legen musste. Doch der Preis war nicht das einzige Problem. Weil Verzögerungen in der Produktion eine fristgerechte Homologation verhinderten und sich die Reglements der Rennserien änderten, stand der M1 plötzlich ohne Motorsport-Bühne da.

Kultkiste: BMW M1

Aus solchen Studien werden üblicherweise die legendärsten Autos: 1972 präsentierte BMW einen Prototyp mit der Bezeichnung BMW Turbo. Das Showcar hatte Flügeltüren und einen Vierzylinder-Mittelmotor, war nie für eine Produktion vorgesehen, sondern diente als Designstudie und Technologieträger.

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Die futuristisch anmutende Stylingstudie des BMW-Chefdesigners Paul Bracq gab die Richtung für die 1976 folgende Entwicklung des M1 vor. Für die Entwicklung und Produktion gründete BMW eigens die Motorsport GmbH, das M im Modellnamen steht somit für Motorsport.

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Ursprünglich war der M1 für den Einsatz im Motorsport geplant, nur eine Homologationsserie sollte in kleiner Auflage für den öffentlichen Straßenverkehr gebaut werden. Durch Änderungen im internationalen Reglement noch vor der Präsentation wurde er in seiner Rolle als Rennfahrzeug jedoch praktisch überflüssig.

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Er wurde mit mäßigem Erfolg zwar noch als Rennwagen in diversen Serien eingesetzt, die Mehrzahl der produzierten Fahrzeuge wurde aber entgegen der ursprünglichen Planung als Straßenversion an Privatleute verkauft. Lediglich in der Procar-Serie, einem Rahmenprogramm der Formel 1 in den Jahren 1979 und 1980, erlangte der M1 größere Aufmerksamkeit im Bereich des Rennsports.

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Über die Entwicklung eines Supersportwagen trauten sich die Bayern alleine aber nicht drüber, sondern beauftragten damit keinen geringeren als Lamborghini. Den Reihensechszylinder mit 3,5 Litern Hubraum und 277 PS in der Serienversion steuerten aber natürlich die Bayrischen Motorenwerke bei.

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In Sant'Agata Bolognese sollte das Fahrzeug ursprünglich auch gefertigt werden, allerdings wurde die Produktion rasch zum Auftragsfertiger Baur in Stuttgart abgezogen.

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Für das Design der Karosserie war Giorgio Giugiaro verantwortlich, der den BMW M1 im Vergleich zum Prototyp BMW Turbo sachlicher gestaltete und auf die Flügeltüren verzichtete.

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Die Karosserie des M1 ist auf einem Gitterrohrrahmen aufgebaut. Es finden viele Teile aus dem damaligen Pkw-Programm der Bayern Verwendung. Ein äußerlich auffälliges Merkmal sind die Heckleuchten aus der damaligen 6er-Reihe.

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Für BMW ungewöhnlich war die Verwendung von Klappscheinwerfern, die wegen der damaligen amerikanischen Vorschriften zur Lampenhöhe bei der aerodynamisch flachen Front notwendig waren.

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Natürlich hatte der M1 auch die Ehre, eines von BMWs berühmten Art Cars zu werden. 1979 wurde seine Karosserie von keinem geringeren als Andy Warhol bemalt. Sein Kommentar: „Ich liebe das Auto. Es ist besser gelungen als das Kunstwerk.“

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Die rettende Idee hatte Jochen Neerpasch: Der damalige Chef der BMW Motorsport GmbH und Schöpfer des M1, gründete eine eigene Rennserie und machte sie Bernie Ecclestone schmackhaft. Es war die Geburtsstunde der Serie Procar, die zwei Jahre lang – 1979 und 1980 – das Rahmenprogramm der europäischen Formel-1-Rennen bestritt. Der Clou dabei war, dass die fünf schnellsten Formel-1-Fahrer aus dem Training mit von der Partie waren und sich der Meute der Privatteams stellten. Auch der heutige Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko war damals mit seinem Rennstall dabei, Piloten waren Jo Gartner und Markus Höttinger. 1981 setzte Marko seinen M1 auch in Le Mans ein. Poldi von Bayern musste den Renner aber nach sieben Stunden wegen eines Defekts abstellen.

BMW M1

Motor: 3,5-Liter-Sechs-Zylinder, 277 PS bei 6500 U/min.
Kraftübertragung: Fünf-Gang-Schaltgetriebe, Heckantrieb.
Maße: 4,36/1,82/1,13 m (L/B/H), 1290 kg.
Fahrleistungen: 0–100 km/h in 6,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 262 km/h.
Preis 1981: 113.000 D-Mark.

So bescherte Procar den Bayern doch noch einen Imageschub und ein Happy End. Und auch wenn der M1 wirtschaftlich ein Misserfolg wurde, war der Sportwagen ein Vorreiter und ein Meilenstein in der Geschichte der Marke und gilt heute als Ikone. Von den insgesamt 453 in drei Jahren gebauten M1 sollen noch über 200 Stück existieren. Die Preise für gut erhaltene Exemplare liegen bei einer halben Million Euro aufwärts.

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