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Verpflichtende Sicherheitssysteme ab 2024Was es bedeutet, wenn die Assistenten übernehmen

Ab 2024 muss eine ganze Armada von Assistenzsystemen serienmäßig in jedem Neuwagen stecken. Wir erklären, was das bedeutet.

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Ab 2024 halten Assistenzsysteme in jedes neue Auto Einzug © ADOBE STOCK
 
  1. In den letzten Tagen war von einer „Tempobremse“ die Rede, die künftig in allen Autos eingebaut werden soll. Darf ich dann nicht mehr so schnell fahren, wie ich will?
    Die EU hat sich darauf geeinigt, dass jedes neue Auto ab 2024 unter anderem eine sogenannte „Intelligent Speed Assistance“ (ISA) an Bord haben muss. „Das System soll dabei unterstützen, das Tempolimit einzuhalten“, sagt ÖAMTC-Techniker Friedrich Eppel. Trotzdem kann der Fahrer schneller fahren als erlaubt.
  2. Bremst mein Auto ab, wenn ich zu schnell unterwegs bin? Heute gibt es bereits Assistenzsysteme wie adaptive Tempomaten, die automatisch den Abstand zum Vordermann halten und den Wagen selbstständig abbremsen. Das von der EU vorgeschriebene System tut das nicht: Es macht den Fahrer durch optische und akustische Warnungen darauf aufmerksam, dass er das Tempolimit überschritten hat, und reduziert die Motorleistung. Bremsen muss der Fahrer selbst. „Der Begrenzer lässt sich über- stimmen, indem man weiter am Gas bleibt“, sagt Eppel.
  3. Woher weiß der Tempobegrenzer, wie schnell man fahren darf?
    Er greift auf Daten aus dem Navigationsgerät im Auto, GPS und den Bildern der Kameras an Bord zurück, die Verkehrsschilder lesen können. Gerade Letzteres funktioniert heute oft noch nicht fehlerfrei, speziell im Baustellenbereich oder bei Zusatzschildern. Ein Knackpunkt: „Dass die Systeme möglichst fehlerfrei arbeiten, ist Voraussetzung dafür, dass die Technik von den Fahrern akzeptiert wird“, sagt Eppel.
  4. Wer ist schuld, wenn ich einen Strafzettel bekomme, weil der Limiter mich nicht gewarnt hat?
    Kein derzeit angebotenes Assistenzsystem entlässt den Fahrer aus der Verantwortung, sein Fahrzeug selbst zu steuern - mit allem, was dazugehört. Deshalb muss der Fahrer das Knöllchen auf seine Kappe nehmen.
  5. Welche anderen Systeme sollen verpflichtend werden? Neben dem Tempolimiter sind zum Beispiel ein erweiterter Notbremsassistent und ein System zum Spurhalten vorgesehen.
  6. Lassen sich die abschalten?
    Ja, die Assistenzsysteme kann man - wie auch die derzeit bereits angebotenen - vollständig deaktivieren. „Aber mit jedem Neustart des Autos sind sie wieder aktiv“, sagt Eppel. Wenn sie an ihre Grenzen kommen (etwa durch Verschmutzung der Kameras), müssen sie das dem Fahrer melden und sich selbst ausschalten.
  7. Werden Autos dadurch teurer?
    Grundsätzlich sind bereits heute viele Neuwagen mit Assistenzsystemen oder der dafür nötigen Technik (Kameras, Sensoren) ausgestattet und mit steigenden Stückzahlen sinken die Kosten. „Ich gehe aber dennoch davon aus, dass mit ein paar Hundert Euro an Mehrkosten zu rechnen sein wird“, sagt Eppel. Die Europäische Kommission beziffert den automatisierten Tempolimiter alleine mit 47 bis 62 Euro pro Auto.

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