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LampenkundeSo geht Autofahrern ein Licht auf

Welche Scheinwerferlampen man noch selbst tauschen kann, wo der Profi ran muss und warum man immer ein Ersatzset dabei haben sollte.

© TÜV SÜD
 

Xenon, LED, H4, HB4, H11 – allein in Scheinwerfern können mehr als zehn verschiedene Lampen eingebaut sein. „Spezielle Fahrzeugmodelle benötigen ganz bestimmte Lampen. Deshalb sollte man immer ein Set mit den richtigen Ersatzlampen dabei haben“, sagt Patrick Pöppl von TÜV Süd. Einen Einblick in die Vielfalt geben die verschiedenen Bezeichnungen: HB4 hat zum Beispiel einen anderen Sockel als H4. Die beiden kann man also nicht austauschen. Zudem sitzen in Fern- und Abblendlicht häufig unterschiedliche Typen. Gerade bei Lampen wie H8, H9 oder H11 ist der Nachschub unterwegs nicht gesichert. Auch bei Blinkern, Stand- und Bremslicht ist diverse Technik im Einsatz, die längst nicht jede Tankstelle auf Lager hat.

"Falsches" Licht als schwerer Mangel beim Pickerl

Sowohl defekte als auch falsch eingestellte Schweinwerfer gelten im Rahmen einer §57a-Überprüfung als schwerer Mangel – das heißt, ein "Pickerl" wird nicht ausgestellt, sofern der Mangel nicht umgehend behoben wird.
Eine österreichweite Auswertung der §57a-Pickerlüberprüfungen an den ÖAMTC-Stützpunkten zwischen September 2017 und September 2018 (für Pkw und Lkw bis 3,5 t) ergab: Mängel bei der Lichteinstellung sowie am Zustand und der Funktion der Scheinwerfer sind die sechst- und siebenthäufigsten schweren Mängel bei der Pickerlüberprüfung.
Auch der zweithäufigste schwere Mangel bezieht sich auf die Beleuchtung – nämlich Defekte bei z.B. Begrenzungs- und Schlussleuchten. Nimmt man Defekte an der restlichen Beleuchtung (wie Nebelscheinwerfer und Bremsleuchten) noch hinzu, fährt rund jeder Achte mit einer mangelhaften Beleuchtungsanlage.
"Einen leichten Mangel bei Licht gibt es nicht. Wenn hier etwas nicht funktioniert oder schräg leuchtet, liegt sofort ein schwerer Mangel vor, der die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gefährdet und umgehend korrigiert gehört", warnt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Zusätzlich gilt: Wer Lampen selbst wechselt, sollte sich auf jeden Fall mit den entsprechenden Kapiteln in der Bedienungsanleitung vertraut machen. Vor allem, weil bei einigen modernen Modellen der Zugang zum Lampenträger sehr trickreich ist. „Wer sich nicht genau informiert hat, für den kann der Austausch gerade im Dunkeln eine nervenaufreibende und zeitfressende Angelegenheit werden“, so Pöppl.

Selbst wechseln – das funktioniert nicht bei modernster Technik wie LED oder Xenon – da muss die Werkstatt ran. Oftmals muss die komplette Lichteinheit ausgetauscht werden, selbst wenn einzelne Dioden noch funktionieren. Aber auch bei Halogenbirnchen gibt es einiges zu beachten:

Vorher abschalten. Vor jeder Arbeit am Autolicht müssen alle Lampen stromlos sein. Sonst könnten die Kabel beim Abziehen einen Kurzschluss verursachen.

Umsichtig arbeiten. Scheinwerferlampen sind oft mit Federklammern befestigt. Diese müssen ohne übermäßige Kraftanwendung ausgerastet werden, um sie nicht zu verbiegen. Wenn möglich, Stecker erst nach dem Ausbau der Lampe abziehen.

Vorsicht. Das Glas von Halogenlampen und von Standlicht-Birnen im Scheinwerfer keinesfalls mit bloßen Fingern berühren! Selbst kleinste Fingerabdrücke können den Reflektor oder die Glühlampe schädigen. Da die Glaskolben moderner Lampen unter hohem Druck – bis zu 15 bar – stehen, können sie im Extremfall explodieren. Deshalb der Hinweis: Beim Austausch stets eine (Schutz-)Brille tragen!

Paarweise tauschen. Experten empfehlen, die Lichtquellen stets paarweise zu erneuern. Fällt nämlich eine aus, sind die Tage des zweiten Exemplars ebenfalls gezählt. Dafür kann man einen alten Stammtischtipp endgültig vergessen: Scheinwerferlampen vorsorglich jährlich wechseln – das war gestern. Das Licht von modernen Halogenlampen lässt so gut wie nicht mehr nach.

Qualität kaufen. Bei Autolampen gibt es große Qualitätsunterschiede, und der Kauf renommierter Fabrikate lohnt sich. Blaue Scheinwerferlampen, die „Xenon-Effekt“ oder „Laser-Licht“ ankündigen, halten die Versprechungen meist nicht und sind lichttechnisch oft sogar unterlegen. Kein unseriöses Werbe-Argument sind dagegen so genannte Longlife-Versionen, deren Lebensdauer rund zwei bis drei Mal so hoch ist wie die von Standardlampen.

Scheinwerfer prüfen. Nach dem Lampenwechsel testen, ob der Scheinwerfer wirklich funktioniert. Zusätzlich sollte eine Werkstatt die Einstellung bei nächster Gelegenheit prüfen.

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