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Nach Ärzte-Exodus: Resolution gegen Spitalsmisere im Mürztal

Den Bürgermeistern reicht es: SPÖ-Ortschefs machen mit gemeinsamer Resolution Druck, um Bedingungen im LKH Bruck zu verbessern. Adressat vorerst nicht die Politik, sondern Kages-Führung.

Großes Spital, immer weniger Personal: Der Standort Bruck des  LKH Hochsteiermark
© Franz Pototschnig
Großes Spital, immer weniger Personal: Der Standort Bruck des LKH Hochsteiermark
Christian Huemer
Von   und Marco Mitterböck

Heiße Debatten spinnen sich derzeit um die steirische Gesundheitsreform, einer der Brennpunkte ist das Krankenhaus Bruck, Teil des Spitalsverbundes Hochsteiermark.

Wie berichtet haben dort 10 Chirurgen das Haus verlassen, 21 Anästhesisten dürften sich bis Jänner ebenfalls vom Standort verabschieden. Für Beobachter mehr als ein Aderlass – damit können Diensträder nicht mehr aufrechterhalten werden.

Die Bürgermeister der Region hatten bereits protestiert, jetzt geht man einen Schritt weiter. Am Mittwoch tagten die Mitglieder des Verbands sozialdemokratischer Gemeindevertreter (GVV) und einigten sich auf eine Resolution. "Wir fordern darin die Führung der Kages und die Leitung des LKH Hochsteiermark aufgrund der dramatischen Entwicklung auf, dringend Maßnahmen zu setzen", sagt der Landtagsabgeordnete Stefan Hofer, zugleich Bürgermeister in Turnau.

Arbeitsplätze müssen attraktiver werden

Konkret gibt es zwei Forderungen: Die Versorgungssicherheit soll gewährleistet bleiben, außerdem muss der Standort attraktiver für Mitarbeiter werden. Die Resolution richtet sich (noch) nicht an die Politik, man bezieht darin auch nicht explizit Stellung gegen einzelne Schritte der von ÖVP-SPÖ beschlossenen Gesundheitsreform. "Das würde unsere Expertise überschreiten, aber wir erfahren natürlich von den Kündigungen und damit ist klar: Es gibt massive Probleme und dringenden Handlungsbedarf", sieht Hofer vor allem die Führung der Kages in der Pflicht. "Das ist eine reine Frage des Managements."

"Kein Spielplatz für unfähige Manager"

Kapfenbergs Bürgermeister Fritz Kratzer schlägt in dieselbe Kerbe: Er äußerte sich schon vor ein paar Tagen in einem Facebook-Posting zu der Causa. "Alle Gespräche, die wir geführt haben, sind anscheinend nur Scheingespräche gewesen. Jetzt ist Schluss damit, die Spitalsversorgung der Menschen ist kein Spielplatz für unfähige Manager!", poltert er.

Die Resolution, die sich auch an den gemeinsamen ärztlichen Leiter des LKH Hochsteiermark, Erich Schaflinger, richtet, wurde noch am Mittwoch allen SPÖ-Fraktionen zugeschickt. Schon am Donnerstag dürfte sie den Weg in mehrere Gemeinderatssitzungen finden, die etwa in Bruck, Kapfenberg und Mürzzuschlag stattfinden.

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