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Politik

Leben nach der Politik

2019 sprach der Nationalrat der ersten von ÖVP-Kanzler Kurz geführten Regierung das Misstrauen aus. Der Großteil der damaligen Regierungsmannschaft hat der Politik mittlerweile den Rücken gekehrt.

vor 3 Jahren11. August 2023 um 11:47
ÖsterreichInnenpolitik
Mit 35 Jahren war der frühere ÖVP-Chef Sebastian Kurz schon wieder Altkanzler. Nach seinem Rückzug Ende 2021 hat er in Israel mit zwei Geschäftspartnern das Cyber-Sicherheitsunternehmen „Dream Security“ gegründet, dieses sei mittlerweile auf rund 60 Mitarbeiter gewachsen, heißt es von einem Sprecher. Außerdem betreibt er ein Beratungs- sowie ein Beteiligungsunternehmen. An letzterem ist auch Investor und ÖVP-Großspender Alexander Schütz beteiligt. Ziel seien „Investments mit gesellschaftlichem Mehrwert“. Mittlerweile hat Kurz ein Büro an der Wiener Ringstraße bezogen – im selben Gebäude arbeiten auch seine Vertrauten Gernot Blümel und Elisabeth Köstinger.
Bei ihrer Hochzeit tanzte die damalige Außenministerin Karin Kneissl mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin – und bis heute zieht es Kneissl nach Russland. Nachdem die ehemalige Diplomatin bereits als Gastautorin für den russischen Staatssender „Russia Today“ tätig war, übernahm sie 2021 einen Sitz im Aufsichtsrat des Ölkonzerns Rosneft. Vergangenes Jahr musste sie dieses Amt zurücklegen, künftig soll sie als Chefin einer Kreml-nahen Denkfabrik tätig sein. Den Sommer verbringt die von der FPÖ nominierte Ex-Ministerin, die sich als „politischer Flüchtling“ sieht, jedenfalls in einem russischen Dorf. Dort schreibt sie ein Buch über die aktuelle Lage in Europa.
Nach seinem Rückzug wurde der Ex-Finanzminister Gernot Blümel Geschäftsführer beim Investmentunternehmen Superfund – legte die Funktion allerdings nach einigen Monaten zurück. Im April wechselte er zur Gotthardt Healthgroup AG, die sich künstlicher Intelligenz im Medizin-Bereich widmet.
Der frühere von der ÖVP nominierte Wissenschaftsminister Heinz Faßmann zog sich im Dezember 2021 aus der Politik zurück. Im März des vergangenen Jahres wurde der Geograph und ehemalige Vizerektor der Uni Wien zum Präsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gewählt.
Ex-Sozialministerin Beate Hartinger-Klein schloss ein Postgraduate Studium an der Uni Wien ab. Ihre Masterarbeit schrieb sie über „Corona-Governance in Pandemiezeiten, Perspektiven für die Gesundheitsversorgung mit Schwerpunkt Krankenhaus“. Außerdem hält sie Vorträge, etwa zum Thema Pflege.
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