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Medien & Unterhaltung

Die ersten Kandidaten

vor 3 Jahren10. Juli 2023 um 09:54
Kultur
Renate, 77-jährige Friseurmeisterin im Ruhestand aus Niederösterreich, macht sich als Erste im Sommer 2023 mit den „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ auf die Suche nach einem prachtvollen Mann. Renate, die man durchaus als resolute Dame beschreiben kann, geht das Geimpfte auf, wenn sie sieht, wie wenig Mühe sich die Frauen von heute bei ihrer Frisur geben. „Ich mein`, wir haben mit Lockenwicklern geschlafen.“ Und so ist sie auch mit den Haaren von Nina Horowitz höchst unzufrieden. Renate liebt es sehr, mit einem kühlen Getränk in ihrem bunt blinkenden Whirlpool im Garten zu entspannen. „Das wird ja dem Herrn wohl auch gefallen.“ Auch am Cross-Trainer macht die 77-Jährige eine blendende Figur. Vor vier Jahren ist leider ihr Mann verstorben. „Wenn man einen geliebten Menschen verliert, ist das schrecklich. Du bist wie zur Hälfte. Wie halbiert.“ Aber jetzt ist die Trauerzeit vorbei und die Witwe wieder bereit für eine neue Beziehung: „Ich will einfach nimma allein sein.“
Manfred, 43-jähriger Zimmerer aus Niederösterreich, beschreibt sein Äußeres genau. „Ich bin muskulös, auch ein bisschen sportlich. Ob das den Damen gefällt, kann ich nicht sagen. Die eine möchte einen muskulösen Mann, die andere einen mit Bauch.“ Dass er nicht der Größte ist, kann der 1,64m große Manfred durchaus mit Humor nehmen. „Ich bin um a Faust größer als a hockerte Wildsau.“ Die neue Frau an seiner Seite soll einen starken Charakter haben und wissen, was sie will. Apropos wissen, was man will oder eben nicht will. „Ich möchte sicher nicht gleich mit der Frau ins Bett hupfen. Zuerst sollte man sich ein paar Mal treffen und kennenlernen,“ stellt der Niederösterreicher mit Aversion gegen One-Night-Stands im Gespräch klar. Der Zimmerer hat einen Sohn. Der 10-Jährige verbringt jedes Wochenende bei seinem Vater. Mit der Mutter seines Kindes war Manfred vierzehn Jahre lang zusammen. Auf Urlaub möchte der Weinviertler mit seiner neuen Traumfrau natürlich auch fahren. „Nur bitte nimma nach Disneyland in Paris.“ Da war Manfred mit seinem Sohn. „10 Stunden am Tag der Lärm, das ist einfach der Wahnsinn.“ Aber es werden sich ja bestimmt andere, lauschigere Plätzchen finden lassen. Ganz ohne Goofy und Mickey Maus. Dafür dann mit der neuen Liebe!
Ernstl, 66-jähriger Krankenträger im Ruhestand aus Wien, wendet sich an alle Damen, die mit einsamem Herzen vor dem Bildschirm sitzen: „Ich suche einen Seelenzwilling.“ Das Aussehen ist für ihn nicht von vorrangiger Bedeutung. „Wichtig ist, wie sie ist. Ich hab ja nichts davon, wenn sie aussieht, wie ein Model und einen Charakter hat wie ein Beuschel mit Knödeln.“ Der Krankenträger war auch einige Zeit Profimusiker. Als junger Mann lernte der Schlagzeuger einen anderen Musiker kennen. Den hat Ernstl als exaltierten Burschen wahrgenommen. Was Ernstl ziemlich nervig fand. „Mit der Art wirst du maximal auf der Kärntnerstraße singen,“ hat er ihm dann gleich mal vorhergesagt. Blöder Weise hieß der junge Musiker Hans Hölzel. Später nannte er sich Falco. Und wurde bekanntlich kein Straßenmusiker. „Aus heutiger Sicht war das natürlich ein Fehler. Vielleicht hätt´ ich in seiner Band spielen können und wär berühmt geworden.“
Petra, 61-jährige Rechtsanwaltsassistentin im Ruhestand aus Niederösterreich, ist ein großer Afrika-Fan und war schon einmal auf Safari. „Besonders angetan hat es mir ein Löwe! Der war so friedlich, dass ich ihn am liebsten gestreichelt hätte.“ Ein Mann, der nur in Österreich Urlaub machen möchte, hat von Anfang an keine großen Chancen bei der weltoffenen Petra. Die Rechtsanwaltsassistentin im Ruhestand hat gute, aber auch schlechte Erfahrungen mit der Liebe gemacht. In jungen Jahren führte Petra fünf Jahre lang eine für sie sehr enttäuschende Ehe. Danach kam die Partnerschaft mit dem späteren Vater ihres Kindes. „Meinen Ex-Partner habe ich sehr faszinierend gefunden. Nach 16 Jahren haben wir uns getrennt, weil die Gegensätze dann doch zu groß waren.“ Tempi passati! Jetzt wünscht sich die sportliche Niederösterreicherin, dass sie wieder Amors Pfeil trifft. Sie würde auch noch einmal heiraten. „Dann aber in weiß! Und am besten irgendwo weit weg, denn ich hätte Lampenfieber und wäre froh, wenn mich niemand kennt,“ lacht sie. Wer Petra’s Herz erobert, kann sich also eventuell schon auf eine Hochzeit in der Karibik freuen.
Dorli, 64-jährige Reinigungskraft im Ruhestand aus Kärnten, möchte eines gleich klarstellen. „Ich brauche keinen Mann, der fünf Stunden im Badezimmer steht. Einer, der immer nur striegelt, frisiert und schmiert.“  Die schlagfertige Kärntnerin weiß, was sie will. „Ausschauen soll er ganz normal. Die Nase in der Mitte, den Mund voller Zähne, Brille und Glatze sind in Ordnung und ein bissl vollschlank kann er sein, weil ich bin ja auch nicht gerade zart,“ gibt sich die 64-Jährige erfrischend selbstironisch. 23 Jahre lang war Dorli mit ihrem Exmann verheiratet, sie hat zwei Kinder aus dieser Ehe und jetzt auch einen lieben Enkel. Die Kärntnerin ist sehr stolz auf ihre Familie. Wie ihr Leben bis jetzt verlaufen ist, ist es gut gewesen, zieht Dorli Zwischenbilanz. „Aber jetzt ist Zeit für einen neuen Adonis!“ Eben. Dem ist ja wirklich nichts hinzuzufügen!
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