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Kultur

Literaturtipps für den Sommer

vor 3 Jahren9. Juli 2023 um 16:40
Bücher
Blickfänge: Einige Zeit lang besaß und betrieb Esther Kinsky in einem Dorf im südungarischen Niemandsland ein Kino. „Weiter Sehen“ ist eine Einladung der großen Sprach-Impresssionistin, ihr zu folgen in eine aus der Zeit gefallenen Welt, reich an bewegenden Bildern über das, was es nicht mehr gibt und doch wieder zu leben beginnt. (Empfehlung von Werner Krause)Esther Kinsky. Weiter Sehen. Suhrkamp, 200 Seiten, 25,50 Euro.
Abgründig: Heinz Strunk ist immer schon in der Beschreibung von Einzelszenen am besten gewesen. Diese Sammlung beinhaltet Skizzen ebenso wie Kurzgeschichten. Das Lachen hat hier immer einen Trauerrand. Der tragikomische Realismus, mit dem Strunk Familienfeiern und andere Alltäglichkeiten einfängt, zeigt die Absurdität des Normalen. (Empfehlung von Martin Gasser)Heinz Strunk. Der gelbe Elefant. Rowohlt, 208 Seiten, 23,50 Euro.
Aufwühlend: Im Juni starb Cormac McCarthy. Man kann jede Zeile empfehlen, die er zu Papier gebracht hat. Im Angedenken an seinen Tod sei aber ein älteres Werk empfohlen. „Child of God“, erschienen 1974, erzählt die Geschichte eines Outsiders, der zum Serienmörder wird. McCarthy beschreibt diesen verlorenen Menschen mit einer raren Poesie und Zärtlichkeit ohne jede Gekünsteltheit. Ein Jahrhundertbuch. (Empfehlung von Martin Gasser)Cormac McCarthy. Ein Kind Gottes. Rowohlt, 192 Seiten. 15 Euro.
Gesamtpaket: Man sollte nicht Thriller zu diesem Epos sagen. „Fünf Winter“ von James Kestrel, beginnend im Jahr 1941, ist ein All-inclusive-Paket. Enthalten darin: Zeit- und Kriegsgeschichte, eine Mörderjagd, eine Odyssee von Hawaii bis Japan, ein Liebesdrama. Höchst spannend. (Empfehlung von Werner Krause)James Kestrel. Fünf Winter. Suhrkamp, 498 Seiten, 20,50 Euro.
Berührend: Clemens J. Setz’ Roman über den realen Hohlwelt-Schwurbler Peter Bender vereint akribische Recherche mit literarischem Feingefühl. Noch eindringlicher als die Beschreibung des Irrsinns gelingt Setz die Schilderung der Frauen rund um Bender: Nicht zuletzt ist das ein berührender Eheroman. (Empfehlung von Martin Gasser)Clemens J. Setz. Monde vor der Landung. Suhrkamp, 528 Seiten, 27,50 Euro.
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