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Tafel für 1500 Bürger, Zeitkapsel für 300 Jahre und "Everesting" mit Rad

Von 19. bis 27. Juni feiert man in Althofen 30 Jahre Stadterhebung. Es gibt mehr als eine Woche Festprogramm. Dabei lädt man die Bürger an die längste Tafel Kärntens und vergräbt eine Zeitkapsel.

In Althofen bereitet man gerade die Festivitäten für das Jubiläum vor. Sie reichen von Gaumengenuss bis zur sportlichen Höchstleistung von Klaus Bäumel
© STREETFOOD KK, STADT ALTHOFEN KK
In Althofen bereitet man gerade die Festivitäten für das Jubiläum vor. Sie reichen von Gaumengenuss bis zur sportlichen Höchstleistung von Klaus Bäumel
Michaela Auer

150 Gäste schmausten schon im Rahmen der Gourmetaktion "Küchenkult" in Villach. In Althofen übertrumpft man das beim Stadtjubiläum, das am 19. Juni mit einem Jahreskonzert der Musikschule Althofen im Kulturhaus eröffnet wird: Am Freitag, dem 23. Juni, steht sie für 1500 Gäste parat. "Wir rechnen damit, dass immer 1200 Menschen auf der Tafel sitzen", erklärte Bürgermeister Walter Zemrosser (LFA) bei der Präsentation des Festprogramms zum Stadterhebungsjubiläum. Ein weiterer Unterschied liegt beim Essen. In Villach kochten Haubenköche und das Essen war zu bezahlen. In Althofen kocht die Feuerwehr gratis – Gulasch klassisch und vegetarisch. Zemrosser: "Dazu gibt es ein Bier oder ein alkoholfreies Getränk."

Bis zu den Festivitäten ist der neue Hauptplatzbereich schon fertig, seine Eröffnung fällt ins Festprogramm. Die Tafel wird in der Kreuzstraße und in der 10.-Oktober-Straße aufgestellt.

Walter Zemrosser und Stadtamtsdirektor Hubert Madrian bei der Pressekonferenz
© MICHAELA AUER
Walter Zemrosser und Stadtamtsdirektor Hubert Madrian bei der Pressekonferenz

Was es nicht alle Tage gibt: "Wir werden eine Zeitkapsel versenken", kündigte Zemrosser an. Das ist ein rund ein Meter langes röhrenförmiges Gefäß, das luftdicht verschweißt wird. In das Gefäß kommen Urkunden und Informationen – von Einwohnerdaten bis Wirtschaftsfakten – über die Stadt Althofen des Jahres 2023. Zemrosser: "300 Jahre lang sind die Unterlagen im Gefäß haltbar." Eine Zeitkapsel birgt ein wenig einen geheimnisvollen "Touch", denn sie wird so versenkt, dass sie nicht gleich jeder findet. "Man will ja nicht, dass sie jeder Spaßvogel gleich wieder ausgräbt", erklärte Zemrosser. Sie soll erst viele Generationen später gefunden werden, mit aller Würde, die ihr gebührt. Nach dem geeigneten Ort sucht man gerade.

Die Organisation der Feierlichkeiten obliege einem Organisationsteam, das sich formell aus dem Stadtrat und dem Team des Stadtamtes zusammensetze, erklärte Zemrosser. Auf die Beine gestellt wurde ein dichtes Programm. So macht in der Veranstaltungswoche etwa "Streetfood" in Althofen Station. "Die haben für uns Zeltweg sausen lassen", freute sich Zemrosser, den Termin am Samstag, dem 24. Juni, anstelle der steirischen Stadt ergattert zu haben.

Marktbummel an mehreren Tagen

Was Märkte betrifft: Ein Krämermarkt wird am 21. und 22. Juni zum Stöbern einladen, fast parallel dazu findet man einen Kunsthandwerksmarkt (Mittwoch, 21. Juni bis Freitag, 23. Juni) im Kulturhaus mit rund 30 Ausstellenden aus Kärnten sowie Slowenien. Am Donnerstag, dem 22. Juni laden die Chöre der Stadt auf der Außenbühne im Stadtpark zur Veranstaltung "Althofens Chöre singen." Zemrosser: "Alle präsentieren ihr Repertoire. Ein Vergnügungspark des Unternehmens Pötscher wird die ganze Woche in der gesamten Stadt verteilt sein."

Die Festsitzung des Gemeinderates ist der förmliche Höhepunkt des Jubiläums. Den historischen Vortrag in der Sitzung hält der ehemalige Landesarchiv-Direktor Alfred Ogris, der schon angekündigt, der Bürgermeister werde beim Vortrag über die Stadt "staunen, auf welche Dinge ich noch gekommen bin." Alte Bilder in Filmform geben ebenfalls Gelegenheit zum Rückblick anlässlich der Feierlichkeiten (Montag, 26. Juni).

"Everesting" als sportliche Höchstleistung

Der Althofener Klaus Bäumel kam mit einer karitativen Idee für das Jubiläum ins Gemeindeamt: Er wird mit dem Rad die Höhenmeter (8884) des Mount Everest mit Fahrten in die Altstadt erradeln. Dafür wird er von seinem Startpunkt am Sparkassenvorplatz am Freitag, dem 23. Juni, um 17 Uhr starten. In 24  Stunden möchte Bäumel die Distanz bewältigt haben. Die Aktion geht für einen guten Zweck über die Bühne: Bäumel bittet um Spenden für Alleinerziehende in Not in Althofen. Wer gerne radelt, kann Bäumel auch bei der letzten Auffahrt in die Altstadt begleiten. Sie beginnt am Samstag um 15.30 Uhr. Die Mitfahrenden werden dafür zum Helden oder zur Heldin des Everestings gekürt. Und jeder tut dazu etwas Gutes: Für das Begleiten spendet man 20 Euro. Um 15.45 Uhr wird Bäumel am Sparkassenplatz offiziell in Empfang genommen.

Museumsleiter Roland Adunka spricht über Auer von Welsbach
© STADT ALTHOFEN/KK
Museumsleiter Roland Adunka spricht über Auer von Welsbach

Pfarre und Museum feiern auch

Pfarrer und Dechant Lawrence Pinto lädt am Sonntag, 25. Juni, um elf Uhr, zur Festmesse ins katholische Pfarrzentrum. Um 16 Uhr beginnt ein Festakt mit einem Vortrag von Museumsleiter Roland Adunka über Carl Auer von Welsbach. Abgesehen von seinen großen Erfindungen und Erkenntnissen – unter anderem Glühstrumpf für das Gaslicht, Glühbirne (Metallfadenlampe)  und Zündstein – war der profunde Techniker und Gründer der "Treibacher Chemischen Werke" (Treibacher Industrie AG) mit 30 schon Millionär – in der damaligen Währung, dem Gulden. Sein Werk sei unsterblich und weltumfassend: "Kein Feuerzeug der Welt funktioniert ohne diesen Zündstein."

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