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Chronik

Das ist das Geheimnis hinter der "echten Kärntner Hochzeit"

Heute wird auch in Kärnten oft modern gefeiert. Viele alte Bräuche und Rituale leben aber weiter, während andere (fast) in Vergessenheit geraten sind.

vor 3 Jahren25. Mai 2023 um 14:47
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In Kärnten ist es auch heute oft noch Tradition, in Tracht zu heiraten. Und dafür wird die traditionelle Festtagstracht verwendet, wie hier jene aus dem Rosental. "Durch die Trachtenfrauen, die die alten Kärntner Trachten weiter tragen, sind diese noch bekannt", erklärt Lattacher. Am Bild ist jene aus dem Rosental zu sehen.
Im Rosental war es außerdem Brauch, dass die Braut einen speziellen Gürtel trug, auf dem eine Schere, ein Messer und ein Schlüssel abgebildet waren. Dies deutete darauf hin, dass die Frau für die Leinenproduktion (vom Anbau bis zur Herstellung und Verarbeitung des Stoffes - Schere) und für das Brot (von den Zutaten bis zum Anschnitt - Messer) zuständig war, aber auch zu allen Räumen im Haus Zutritt hatte (Schlüssel), erklärt Lattacher.
Offiziell unter der Haube ist eine Braut in Kärnten übrigens erst nach Mitternacht. "Nach dem Kranzlabtanzen setzte ihr die Altmutter eine Haube auf", erklärt Lattacher. Daher kommt auch der Spruch "unter der Haube sein".
Nicht nur die Feier selbst, auch die Hochzeitsvorbereitungen können lange dauern. In Kärnten ist damit nicht nur die Vorarbeit zwischen Tischordnung und Wahl des Blumenschmucks gemeint. Denn es gilt, mehrere Heiratsorakel zu absolvieren. In einem Wald in der Nähe von Graßdorf bei St. Veit/Glan findet man in einem Felsen das so genannte Heiratsloch. Das angehende Brautpaar muss der Legende nach dort einen Stein hinein treffen, nur dann wird die Ehe glücklich. Und in der Gemeinde St. Urban befindet sich ein Heiratsstein. Frauen, die dort alle Finger hinein legen können, sollen bald heiraten.
Und weil Liebe bekanntlich durch den Magen geht, besagt ein Spruch: "A Dirndle dås nit krendln kånn, kriagt kan Månn!" Das bedeutet, eine Frau muss vor der Hochzeit das "Krendln" lernen - so nennt man das Herstellen des gedrehten Randes einer Kärntner Kasnudel.
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