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Chronik

Seit 150 Jahren ein Hit

In der Österreichisch-Ungarischen Monarchie führte man 1869 die Correspondenzkarte ein: Ein neues Buch stellt Ansichtskarten aus dem Alpen-Adria-Raum vor und zeigt, wie Menschen früher ihre Welt sahen oder sehen wollten.

vor 3 Jahren8. Mai 2023 um 07:55
KärntenAlpe Adria
Leute & Stars
Tausende Arbeiter haben Anfang des 20. Jahrhunderts in Schwerstarbeit einen Tunnel für die Karawankenbahn in den Berg gegraben: 1904 gruppierten sich Ingenieure und Arbeiter vor dem Eingang auf der Kärntner Nordseite, blickten stolz und handkoloriert in die Kamera. Diese Karte gehört zu einer Serie von Postkarten, die den Bau der Karawankenbahn dokumentieren und sich in der Sammlung der Universitätsbibliothek Klagenfurt finden.
Die ursprünglich als Ausstellung in der Universitätsbibliothek konzipierte Schau, hat Ute Holfelder vom Institut für Kulturanalyse der Universität Klagenfurt jetzt als Buch „#Ungelaufen“ im Heyn-Verlag herausgebracht. „Diese Karten sind ein Zeitdokument“, sagt die Kulturanthropologin. Die Sammlung umfasst 501 Ansichtskarten, die man 1869 als Correspondenzkarten in Österreich-Ungarn einführte und erst später Postkarten nannte. Auf dieser Postkarte ist Bled zu sehen.
Die Sammlung umspannt den Zeitraum von 1901 bis 1942 und zeigt Abbildungen aus Kärnten (278), der Steiermark (76), aber auch aus Italien (87), Kroatien (11), Slowenien (10) und Ungarn (1). Nahezu alle Karten sind „ungelaufen“, wurden also nie per Post verschickt. Für Holfelder sind diese Karten interessant, weil sie zum Beispiel auch rauchende Fabrikschlote oder für den Abriss bestimmte Häuser auf dem Klagenfurter Heuplatz zeigen: Motive, die man heute nicht mehr verwenden würde.
Als der Ansichtskartenboom um 1900 begann, erkannte auch der Tourismus seine Chance: Zu sehen sind der Grintouc im heutigen Slowenien, der Großglockner oder ein „Gruß vom Loibl“ – die Tourismuswirtschaft zeigte, was sie zu bieten hatte. Viele Karten wurden mit Symbolen wie der Alpenrose, dem Enzian oder dem Edelweiß aufgeladen.
Das vielsprachige Kaiserreich zeigt sich eher nicht auf den Postkarten: „Slowenische Postkarten gab es, aber sehr viel weniger. Die Postkarte vom Bahnhof Rosenbach finde ich besonders schön, weil dort das slowenische Pod Rožčico unabsichtlich ins Bild rutscht.“ Auf der Postkarte ist die zweisprachige Ortsbezeichnung am Bahnhofsgebäude zu sehen, die Beschriftung der Karte ist deutsch.
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