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Ärztechef dementiert Gerüchte um Kardiologie und lädt Mitarbeiter zur Klausur

Arbeitstagung mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern soll zu Lösungen bei Personal und medizinischer Versorgung am LKH Hochsteiermark beitragen. Gerüchte um Gefährdung der Kardiologie in Bruck weist Ärztechef Erich Schaflinger zurück.

Erich Schaflinger, ärztlicher Direktor des LKH Hochsteiermark, will schon Mitte April Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Lösungsfindung der anstehenden Probleme einbinden
© Johanna Birnbaum (2), Franz Pototschnig (1)
Erich Schaflinger, ärztlicher Direktor des LKH Hochsteiermark, will schon Mitte April Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Lösungsfindung der anstehenden Probleme einbinden
Johanna Birnbaum
Redakteurin Regionalredaktion Leoben

Erich Schaflinger, ärztlicher Direktor des LKH Hochsteiermark mit den Standorten Leoben, Bruck und Mürzzuschlag, ist durch seine Tätigkeiten als Vorsitzender des Landessanitätsrates und Leiter des erst kürzlich ins Leben gerufenen Expertengremiums zur Versorgungssicherung ein Schwergewicht in der steirischen Gesundheitslandschaft. Und als solches nimmt er sich auch kein Blatt vor den Mund und nennt die Dinge beim Namen.

Und so reagiert er auch auf jüngste Aussagen des langjährigen, mittlerweile pensionierten, Kardiologie-Primars Gerald Zenker, der am LKH Bruck die Kardiologie und somit auch Herzkatheter-Untersuchungen in Gefahr sieht. "Das ist kompletter Schwachsinn und Panikmache. Es ist unverrückbar, dass in Bruck der kardiologische Schwerpunkt bleibt und auch ausgebaut wird. Das Herzkatheter-Labor ist ungefährdet und unbestritten, wie auch die Dialysestation", widerspricht Schaflinger den gestreuten Gerüchten.

Klausur mit bis zu 100 Mitarbeitern

Fakt sei, dass man etwas tun müsse, um der Personalnot entgegenzuwirken. Das gehe nur durch die Optimierung von Abläufen und durch Nutzung von Synergien. Mitte April gibt es deshalb eine Klausur, wo neben dem Kages-Aufsichtratsvorsitzenden Günter Dörflinger und dem Vorstandsvorsitzenden Gerhard Stark auch 80 bis 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Standorte Bruck und Leoben dabei sein werden.

Die Personalsituation werde nicht besser, sondern schlechter. "Man muss deshalb vorausschauend mit den Mitarbeitern darüber reden, wohin die Reise gehen könnte. Es wird viel Diskussionspotenzial geben, wie man medizinische Leistungen bündeln kann. Das müssen wir tun, um das Personal zu entlasten. Es geht darum, die Ist-Situation mit den Mitarbeitern zu erheben und zu schauen, welche Ideen aus der Praxis kommen. Bis jetzt war es oft so, dass in der Kages eine Struktur vorgenommen wurde, und die Mitarbeiter haben es nicht gewusst. Das will ich nicht. Ich probiere es jetzt einmal von unten nach oben, denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen es ja umsetzen, wenn etwas zu machen ist", so Schaflinger.

Interne Revision nach Ärzteabgang auf Unfallchirurgie

"Die Einbindung der Mitarbeiter-Ideen ist mir wichtig. Es nützt mir ja nichts, wenn ich etwas vorgebe und 90 Prozent der Leute, die das umsetzen sollen, sagen, es funktioniert nicht", betont Schaflinger und fügt hinzu: "Es ist derzeit noch überhaupt keine Entscheidung in irgendeine Richtung gefallen, das ist Blödsinn."

Im Fall der hohen Anzahl an Ärzten, die in der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie am Standort Bruck gekündigt haben, gibt es seit wenigen Wochen eine interne Revision. "Die Ergebnisse werden bald vorliegen. Auf Basis dieses Ergebnisses wird der Vorstand eine Entscheidung treffen", bekräftigt Schaflinger.

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