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Reisen

Was man bei einem Besuch in Budapest unbedingt sehen sollte

Budapest als Spannungsfeld zwischen kaltem Strom und heißen Quellen, Bars in Ruinen und Kunst in prachtvollen Kulturtempeln.

vor 4 Jahren23. September 2022 um 04:10
Da heißt es genau hinschauen, um es tatsächlich glauben zu können: Kaiser Franz Joseph I. sitzt in einer Hängematte! Diese Miniaturskulptur des selbst ernannten Guerilla-Bildhauers Mihály Kolodko versteckt sich im Geländer der prachtvollen Freiheitsbrücke, einer der neun Straßenbrücken der ungarischen Donaumetropole. Sie verbindet das hügelige, mondäne Buda mit dem flachen, quirlig wie lebendigen Pest – bis vor rund 150 Jahren noch zwei eigenständige Städte.
Vieles, was heute an atemberaubender Imposanz und Schönheit in Budapest augenscheinlich erfreuen darf, geht auf die Blütezeit und den Bauboom der Österreichisch-Ungarischen Monarchie um die Jahrhundertwende zurück. So zum Beispiel der Prachtboulevard Andrássy, die „Champs-Élysées von Budapest“, dessen zahlreiche Jugendstilbauten gegenwärtig Luxusshops und einige der unzähligen Budapester Kaffeehäuser voller k. u. k.-Flair beherbergen.
Auf eine unerwartete Zeitreise begibt man sich wenige Meter darunter als Passagier der Metró-Linie 1, der ersten U-Bahn Kontinentaleuropas. Nostalgie pur versprühen die meisten der elf Stationen. Majolika-Fliesen, bestückt mit Stationsschildern aus Keramik der berühmten ungarischen Porzellanmanufaktur Zsolnay, zieren die Wände links und rechts der liebevoll genannten Kisföldalatti, der „Kleinen Unterirdischen“.
Bei der Metro-Station „Opera“ angekommen, präsentiert sich überirdisch ein kürzlich wiedereröffneter Prachtbau im Neorenaissancestil. Schon Kaiser Franz Joseph musste zugeben: „Wien hat das größere, Budapest das schönere Opernhaus.“ Mit einem stolzen Renovierungsbudget von 150 Millionen Euro steht es als sichtbares Zeichen der Aufbruchstimmung in der Kulturszene der Metropole da.
Das spektakuläre „Haus der Ungarischen Musik“ ist aus dem Boden des beliebten Stadtwäldchens „Vàrosliget“ gewachsen. Sein japanischer Architekt Sou Fujimoto lässt es wie ein durchlöchertes Schwammerl von stolzen 80 Metern Durchmesser aussehen. Mit einem „Wow“ gibt man sich im Innenraum dem Anblick Tausender goldener Blätter hin. Sie rauschen zart im Gleichklang mit allen Stückl’n, die dieses Haus als Drehscheibe der Musik spielt.
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