Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Was man im Westen Kanadas unbedingt sehen sollte

Die Nationalparks im Westen Kanadas sind eine Bühne des Staunens. In den Hauptrollen: Bären, Elche, Adler und Erdmännchen in einer Kulisse der Natur, die mit Weite und Farbpracht überwältigt.

Über einen Felsabriss fällt das Schmelzwasser des Daly Gletschers 380 Meter in die Tiefe, was den Takakkaw-Fall im Yoho-Nationalpark zum zweithöchsten Wasserfall Westkanadas macht. „Amazing!“, hört man die Besucher staunen. Sie übersetzen damit unbewusst „Takakkaw“ richtig: Das dem Cree, der in Kanada am weitesten verbreiteten Sprache der First Nations, entnommene Wort wird mit „Es ist großartig!“ übersetzt.
Ebenfalls im Yoho-Nationalpark glitzert dieser Smaragd: der Emerald Lake. In europäischer Zeitrechnung erst 1882 von einem Bergführer entdeckt, den sein von Ureinwohnern gekauftes Pferd hierher führte (was bedeutet, dass die First Nations den See schon lange vorher kannten), gilt der von Felswänden eingerahmte See heute als ein Quotenstar der Generation Instagram.
Der tiefblaue Luxuszug "Rocky Mountaineer" bringt Reisende in – je nach gebuchter Tour – vier bis acht Tagen von Vancouver ganz im Westen in die gut 900 Kilometer weiter im Landesinneren gelegenen Nationalpark-„Metropolen“ Jasper, Lake Louise und Banff. Eine bautechnische Meisterleistung sorgt dafür, dass den Passagieren dazwischen nicht langweilig wird. Um die Steilheit auf beengtem Raum zu überwinden, ließen Ingenieure 1907 am Big Hill zwei Spiraltunnel in den Berg sprengen. Ist ein Zug lang genug, kann man vom ersten Waggon, wenn er aus dem Tunnel ausfährt, den letzten Waggon eine Etage weiter unten in den Tunnel einfahren sehen.
Das Türkis, mit dem der von Gletschern gespeiste See dem blitzblauen Himmel entgegenfunkelt, stammt aus der obersten Kitsch-Schublade. Der Lake Moraine liegt im Valley of the Ten Peaks bei Lake Louise, einem engen Taleinschnitt, der von zehn Berggipfeln umgeben ist. Auch sein grün-blau-türkis schimmerndes Wasser bildet einen scharfen Kontrast zu den Grauschattierungen der zum Greifen nahen Felswände.
Nervenkitzel gibt es auf den unzähligen Wanderrouten durch die Nationalparks Banff und Jasper kostenlos dazu. Dafür sorgen Grizzly- und Schwarzbären, Pumas und Wölfe, Schakale und Elche. Wobei man bei Letzteren leicht in eine Übersetzungsfalle tappen kann. Denn Elche heißen hier „Moose“, wohingegen man mit „Elk“ die Wapitis meint, deren Männchen wiederum unseren Hirschen ähnlich sind.