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Politik

Abspaltungen, Battlegrounds, Kuriositäten

In manchen Orten gibt es zehn Listen, in anderen keine einzige. Parteifreunde und Ehepaare treten gegeneinander an. Und manche Städte könnten umgefärbt werden. Die Highlights der Tiroler Gemeinderatswahl

vor 5 Jahren26. Februar 2022 um 05:18
ÖsterreichInnenpolitik
Nachdem in Innsbruck nicht gewählt wird, ist Kufstein mit seinen 19.500 Einwohnern die größte Stadt bei der Gemeinderatswahl. Zehn Listen treten gegeneinander an, zwei davon von der ÖVP. Nach einem Streit im Sommer kandidiert jetzt Obmannstellvertreter gegen Obmannstellvertreter. Der seit 2010 amtierende Bürgermeister Martin Krumschnabel muss sich nicht mit Parteistreit strapazieren: Seine Liste heißt vorsorglich „Die Parteifreien“.
In den 1990er Jahren war „Frau Bürgermeister“ in Lienz schon ein geflügeltes Wort – Helga Machne (ÖVP) war die erste Amtsträgerin in Tirol. Seit 2011 regiert Elisabeth Blanik (SPÖ) die einstige VP-Hochburg und hat mittlerweile auch den Gemeinderat umgedreht. Auf der Zielgeraden zum scheinbar sicheren Wahlerfolg kam in letzter Minute Konkurrenz: Franz Theurl, umtriebiger Obmann des Tourismusverbands, tritt mit einer eigenen Liste an.
Seit zwölf Jahren steht mit der Hedwig Wechner eine Frau an der Spitze der 14.000-Einwohner-Stadt - die erste Frau überhaupt im Bezirk Kufstein. Bei der letzten Wahl 2016 erreichte sie fast 40 Prozent. Doch diesmal sieht sich die SPÖ-Politikerin, die auf der „Liste Hedwig Wechner“ kandidiert, sechs anderen Bürgermeisterkandidaten gegenüber. Darunter auch von der MFG, den Grünen und den Neos, die auf ein „Wunder für Wörgl“ hoffen.
Hans Lintner, heißt es in Schwaz, gehört zur Stadt wie der Hausberg Eiblschrofen. Seit 25 Jahren ist er ÖVP-Bürgermeister, am Sonntag bewirbt er sich noch einmal um das Amt. Doch noch nie musste er sich so vielen Gegenkandidaten stellen - und noch nie so starken. Unter seinen Konkurrenten ist auch Vizebürgermeisterin und große SPÖ-Hoffnungsträgerin Victoria Weber. Tirols SPÖ-Chef Dornauer nannte Schwaz ihretwegen eine „Potenzialgemeinde“.
Von einem Fernsehteam begleitet spazierte der 96-jährige Walfried Reimeir Mitte Februar durch die 3.600-Einwohner Gemeinde Steinach, in der er Bürgermeister werden möchte. Das Problem dabei: Reimeir war zu dem Zeitpunkt wissentlich Corona positiv und hatte einen aufrechten Quarantäne-Bescheid. Der Pensionist wurde von der Polizei wegen fahrlässiger Gefährdung bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.
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