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Chronik

Von Korkstacheling bis Trommelwolf

Österreichs Arten des Jahres 2022 geben spannende Einblicke in die Vielfalt der heimischen Natur.

vor 5 Jahren15. Dezember 2021 um 17:11
Steiermark
Der Eurasische Luchs mit seinen unverkennbaren Pinselohren und dem kurzen Schwanz ist das Tier des Jahres. Er war in Österreich bereits ausgestorben, ist seit den 1970er Jahren in manchen Regionen wieder heimisch. Spannendes Detail: Der Luchs ist als typischer Waldbewohner nicht nur schneller Kurzstreckenläufer sondern auch geschickter Kletterer mit ausgezeichnetem Seh- und Gehörsinn. Eine Maus hört er auch, wenn sie 50 Meter entfernt ist.
Die Mehlschwalbe kehrt ab Ende März aus ihrem afrikanischen Winterquartier zurück, wohin es sie ab Mitte September zieht. Die Mehlschwalbe ist eine der häufigsten Brutvogelarten Europas und von Nordwestafrika und Westeuropa bis nach Nordchina und Sibirien, in den Himalaya und die Mongolei verbreitet. Die europäischen Mehlschwalben überwintern in Afrika südlich der Sahara bis zur Kapprovinz. Spezialwissen: Während einer Schlechtwetterperiode, wenn das Nahrungsangebot knapp wird, kann die Mehlschwalbe die Körpertemperatur sehr tief absenken, in eine Art Starre verfallen und damit 70 Prozent der Stoffwechselenergie einsparen.
Die Posthornschnecke ist eine der größten heimischen Wasserschnecken. Die Posthornschnecke ist die einzige europäische Wasserschnecke, die Hämoglobin besitzt. Dies hilft, um auch in sauerstoffarmen Gewässern ohne Luftatmung zu überleben. Die Schnecke gehört zwar zu den Lungenschnecken, die Sauerstoffaufnahme geschieht aber großteils durch die Haut. Wie ein Großteil der Wasserlungenschnecken sind auch die Posthornschnecken Zwitter. Bei der Paarung befruchten sie sich gegenseitig, es ist aber auch eine Selbstbefruchtung möglich.
Schwarzhalsige Kamelhalsfliege, so heißt das Insekt des Jahres. Ein auffallend langer Hals, glasklare Flügel und eine Größe von sechs bis 15 mm kennzeichnen alle Kamelhalsfliegen (Raphidioptera).  Bei einer ausreichenden Populationsdichte können rindenlebende Kamelhalsfliegen-Larven als „Gegenspieler“ von Schadinsekten – wie beispielsweise den Borkenkäfern – nützlich sein. Trotz ihrer gut entwickelten Flügel sind die Tiere dennoch keine guten Flieger, sondern bewegen sich eher schwirrend, hüpfend oder flatternd und nie über große Strecken. Aus den vielen fossilen Funden lässt sich aber ableiten, dass  diese Insekten zu Lebzeiten der Dinosaurier in viel größerer Vielfalt auf der Erde vertreten waren
Das sparrige Kleingabelzahnmoos bildet weiche, gelbgrüne Rasen. In Europa kommt diese Art von Spitzbergen bis nach Sizilien und von der irischen Westküste bis zum Kaukasus vor. In Mitteleuropa tritt sie vor allem in den höheren Mittelgebirgen und in den Alpen auf, vom Harz bis in die Südalpen
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