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Lebe lieber ungewöhnlich

Architektur-Expertin Turit Fröbe sammelt in ihrem Buch "Eigenwillige Eigenheime" und zeigt damit auch, dass ohne die Bausünden der anderen Sonntagsspaziergänge nur halb so viel Spaß machen würden.

Ein potemkinsches Haus fand Turit Fröbe in Gera. Fröbe ist Architekturhistorikerin, Urbanistin und passionierte Baukulturvermittlerin. Bereits seit zwanzig Jahren beschäftigt sie sich mit Bausünden, um diesen auf humorvolle Weise zu begegnen und damit auch zu schätzen.
Dekorative Putzschäden in Göttelborn. In Fröbes aktuellem Buch „Eigenwillige Eigenheime" trifft man auf falsche Schlösser, endlose Kiesgärten, aber auch auf aufgemalte Züge, die direkt aus dem Fassaden-Bahnhof auf die Passanten losrasen.
Potsdam: Oben gut geschichtet und unten das nachbarschaftliche Idyll aufgemalt. Für all jene, die sich jetzt ein wenig ertappt fühlen sollten, hat die Autorin in einer Widmung aber die passenden Worte gefunden – denn ohne Bausünde machen Sonntagsspaziergänge ja auch nur mehr halb so viel Spaß.  
Klassische Überformung in Waren/Müritz. So schreibt Turit Fröbe: „Für alle Eigenheimbesitzer, die mit ihren liebenswürdigen, fantasievollen Gestaltungen dafür sorgen, dass das Flanieren in den Siedlungen unserer Städte so wunderbar abwechslungsreich und inspirierend ist . . .
... Wie langweilig wäre es, wenn niemand den Mut hätte, aus der Reihe zu tanzen, und alle in uniformen Häusern mit den immer gleichen Vorgärten, Zäunen und Garagen leben würden.“ Nur nicht vom Weg abkommen, gilt übrigens die Devise bei diesem Haus in Flensburg.