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Chronik

Nachruf in Bildern

Der langjährige Chefredakteur der Kleinen Zeitung Kärnten, Heinz Stritzl, ist im Alter von 99 Jahren friedlich entschlafen. Bilder aus seinem bewegten Leben.

vor 4 Jahren2. Oktober 2022 um 14:59
KärntenLeute & Stars
Steiermark
Heinz Stritzl wurde am 27. Dezember 1921 als Eisenbahnersohn in Unzmarkt in der Steiermark geboren. Im Alter von zwölf Jahren verlor er seinen Vater. Mit 17 meldete er sich als Freiwilliger zum Kriegsdienst – und musste nach Ende des Zweiten Weltkrieges "zwei Jahre der britischen Krone dienen", wie er seine Zeit in der Internierung im – sehr späten Rückblick – beschrieb. "Ich bin offen zu meiner Verantwortung gestanden und habe gebüßt. Umgekehrt muss ich jetzt keine Dichtung zulassen", bilanzierte Stritzl über seine Zeit als Wehrmachtssoldat
Da ihm ein Studium verwehrt blieb, wandte er sich dem Journalismus zu und stieg 1958 zum Chefredakteur der Kleinen Zeitung in Kärnten auf. "Er war einer der größten Kärntner des 20. Jahrhunderts und prägte dieses Land mehr als nahezu alle anderen Politiker", befand der Historiker Stefan Kramer. Stritzls Urteil über den "Sonnenkönig Kreisky": "Seine Schuldenpolitik hat Dämme brechen lassen"
Bis 1991 blieb er in dieser Position – lange über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus. Er war jedoch nicht nur Journalist, sondern trieb auch die Entwicklungen in der Medienbranche voran. So betrieb die Kleine Zeitung in den 1980er-Jahren etwa die Nachrichtenredaktion eines Urlauber-Radios an der Oberen Adria
Auch nach seinem Ausscheiden aus der Kleinen Zeitung blieb er ein wacher Geist. Als Kolumnist der "Kärntner Woche" analysierte er das Zeitgeschehen und brachte sich auch bei öffentlichen Debatten – hier etwa im Bundespräsidentschaftswahlkampf von Irmgard Griss – aktiv ein
Selbst mit vermeintlichen Spaßkandidaten Richard Lugner suchte er das Wort. "Denn wir haben alle gesehen, wohin es führt, wenn man nicht mehr spricht, sondern nur mehr laut schreit", so der Mahner für ein Miteinander
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