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Chronik

Du hast es selbst in der Hand

vor 6 Jahren23. Oktober 2020 um 15:38
Hartberg-Fürstenfeld
Werner Fischer ist Chef im legendären Altausseer Bierzelt: Ich habe mein Leben eigentlich immer selbst in die Hand genommen. Nach der Meisterung des schweren Schicksalsschlages mit inkl. Querschnittlähmung wollte ich zeigen, dass man auch mit einer körperlichen Behinderung etwas erreichen kann: beim Feuerwehrrüsthausneubau Altaussee, bei der Entwicklung des Altausseer Bierzeltes, bei der Organisation des Balletts im Kaiserzelt Altaussee,  beim österreichischen Knappentag mit 5.500 Teilnehmern, und zwei steirischen Landesfeuerwehrtagen mit 8.400 und 5.500 Teilnehmern. Dazu kommen 20 Jahre Führungsarbeit in der Feuerwehr Altaussee. Wir haben auch gleich nach der coronabedingten Absage des heurigen Altausseer Bierzeltes die Sache sofort wieder in die Hand genommen und planen bereits für das nächste Jahr. Da wird es ganz sicher wieder klappen. Davon bin ich überzeugt.
Martin Gabriel aus Irdning führt eine Hühnerfarm und einen Hofladen: Eigentlich bin ich in der Versicherungsbranche tätig. Ich betreibe nun aber auch seit ein paar Monaten hinter der Gärtnerei Pranzl in Irdning eine mobile Freilandhaltung, bei der 300 Hühner über das ganze Jahr hinweg auf einer großen Wiese mit mobilem Stall untergebracht sind. Die frischen Freilandeier, die die Hühner täglich legen, werden direkt in einem eigenen Hofladen neben der „Hühnerfarm“ verkauft. Der Hofladen hat dabei täglich von 0 bis 24 Uhr geöffnet. Jedermann und jede Frau kann sich somit rund um die Uhr frische Freilandeier bei uns holen. Das Geld wird eingeworfen, alles basiert auf Vertrauen. Neben den Eiern der hauseigenen Hühner bieten wir zudem auch weitere regionale Produkte wie Milch, Joghurt, Topfen, eingelegten Käse, Erdbeermolke, Frischkäse mit Kräutern oder Pfeffer sowie Kernöl und Käferbohnen an: rund um die Uhr.
Siegfried Danklmaier aus Bad Mitterndorf engagiert sich für den Nachwuchs im Stocksport: Ich bin Koordinator des JESZ (Jugend Eis- und Stocksportzentrum) Bad Mitterndorf. Davon gibt es österreichweit nur acht. In diesen Dingen habe ich wohl die Gene meines Vaters geerbt: das Gemeinwohl stets zu fördern! So war ich musikalisch 40 Jahre tätig, auch ein aktiver Feuerwehrkamerad. Aber, die Überlegung, Jugend weg von der Straße, weg von Handy zu bringen, damit die jungen Menschen im Team versuchen, sich zu etablieren, unsere Sportart mit Nachwuchs zu besetzen, war eine Herausforderung und anfänglich alles andere als leicht. Egal, mittlerweile sind unsere Goldmädls und großartigen Jungs zu einer bundesweiten gefürchteten Konkurrenz herangewachsen! Es gibt wohl nichts Schöneres, als dass einem Kinder vertrauen und man sie in den jungen Jahren für die Zukunft im sportlichen Bereich prägen darf!
Thomas Lösch ist Rhetorik-Trainer und Buchautor aus Stainach-Pürgg: Ich habe mir im Jänner das Sprunggelenk gebrochen und stand nach Komplikationen vor der Wahl „Operation“ oder „Nichtoperation“. Ich bin froh, dass ich mich mithilfe von guten Freunden und kompetenten Ärzten dafür entschieden habe, meinem Körper die Möglichkeit zu geben, die Verletzung  von selbst auszuheilen. Auch wenn das Vertrauen in die Heilkraft des eigenen Körpers zu setzen, oft bedeutet, dass alles etwas länger dauert. In unserer schnelllebigen Zeit einem „Prozess“ Zeit zu geben, ist dabei gar nicht so einfach, zumal ich selbst doch auch ziemlich ungeduldig bin. Andererseits konnte ich die Zeit, in der ich verletzungsbedingt nicht auftreten konnte, gut nutzen und war fleißig am Lieder schreiben. Auch meine aktuelle Single „Ganz nah bei Dir“, welche dieser Tage in den Radios anläuft, stammt aus dieser Zeit.
Gerald Nathan ist Obmann des ARBÖ Trieben und begeisterter Radsportler: Zu Beginn der Corona-Krise stand das Vereinsleben still. Es wurden als Vorsichtsmaßnahme alle Radrennen abgesagt, es gab kein Vereinstraining und keine Gruppenausfahrten mehr, folglich wurden im heurigen Jahr auch keine Radlizenzen gelöst. Wochenlang musste wegen der Kontaktbeschränkungen jeder Radfahrer versuchen, seine Fitness am Hometrainer in den eigenen vier Wänden aufrechtzuerhalten oder alleine in der freien Natur trainieren. Dann haben wir das Radfahrer-Leben wieder in die Hand genommen. Natürlich auch die über 60-Jährigen wie ich lassen uns von Corona nicht die Fitness und die Freude am Sport stehlen. Ab Anfang Juni kam wieder Leben in den Verein. Die Hobbysportler des Radklubs trafen sich zweimal die Woche und holten die im Frühjahr geplanten Radtouren nach. Die Trainingswoche in der Schweiz musste leider abgesagt werden. Aber es werden wieder bessere Tage kommen und dann können wir all diese Vorhaben umsetzen.
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