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Auftakt zum Prozess

Verfahren vor dem Landgericht München II wegen Betrugs. Es sind 181 Verhandlungstage bis Ende 2022 angesetzt. Der frühere Audi-Chef Rupert Stadler muss sich mit drei anderen Angeklagten wegen Betrugs, mittelbarer Falschbeurkundung und strafbarer Werbung verantworten.

Fünf Jahre nach Bekanntwerden des Dieselskandals bei Volkswagen hat am Mittwoch der erste Strafprozess um die manipulierten Abgaswerte begonnen. Vor dem Landgericht München II muss sich der frühere Audi-Chef Rupert Stadler mit drei anderen Angeklagten wegen Betrugs, mittelbarer Falschbeurkundung und strafbarer Werbung verantworten.
Zu Prozessbeginn forderten Stadlers Verteidiger Auskunft, ob am Prozess beteiligte Richter in den vergangenen Jahren einen VW-Diesel fuhren - die Stadler-Verteidiger sehen eine mögliche Befangenheit.
Vor fünf Jahren war bekannt geworden, dass Volkswagen die Abgaswerte bei Dieselmotoren manipuliert hat. Später wurde dies auch für die Konzerntochter Audi bekannt. Zivilrechtlich kostete das VW bereits hohe Milliardenbeträge; der Münchner Prozess eröffnet nun eine Reihe von mehreren Strafprozessen. Auch der frühere VW-Chef Martin Winterkorn muss absehbar vor Gericht.
Die Vorwürfe gegen die drei anderen Angeklagten, darunter der ehemalige Porsche-Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz, wiegen schwerer: Sie sollen veranlasst haben, dass ab 2009 die Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen manipuliert wurden.
Während die Staatsanwaltschaft bei Stadler einen von ihm zu verantwortenden Vermögensschaden von mehr als 27 Millionen Euro sieht, sollen die anderen drei Angeklagten einen möglichen Schaden von 3,1 Milliarden Euro verursacht haben.