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Mobilität

10 Autos, die einfach nur Briten eingefallen sein können

Very british: Diese 10 Autos und die Geschichten dahinter können einfach nur aus England stammen.

vor 7 Jahren31. Jänner 2020 um 13:30
Rennerfolge schmieden Autolegenden. Der Bentley Blower allerdings wurde zum Mythos gerade, weil er das 24-Stunden-Rennen von Le Mans nicht gewonnen hatte. Und das kam so: In den 1920er-Jahren dominierten die "Bentley-Boys" - 16 Herrenfahrer - das Langstreckenrennen. Einer von ihnen, Woolf Barnato, kaufte 1925 kurzerhand den Autobauer, als er vor dem Bankrott stand, ein anderer, Tim Birkin, baute seinen eigenen Bentley.
Er schnallte einen Roots-Kompressor auf ein 4,5-Liter-Modell - ein technisches wie finanzielles Desaster, zumal man für die Le-Mans-Zulassung trotz astronomischen Preises und monströsen Verbrauchs (100 l/100 km bei Tempo 100!!!) 50 Stück an den Mann bringen musste.  Aber vor allem war der Blower zwar schnell, aber nicht zuverlässig. Dass es sich bei den Konkurrenten aus Stuttgart im kompressorgeladenen Mercedes SS ebenso verhielt, war die einzige Hoffnung, als die Briten 1930 die Reise nach Le Mans antraten. Also hetzte Tim Birkin Rudolf Caracciola, bis beide Motoren k. o. gingen, damit war der Sieg frei für die "Boys", die einen Doppelsieg mit nicht aufgeladenen Bentleys einfuhren - und trotzdem den Blower zum berühmtesten Modell der Marke machten.
Liebling, ich habe den Rolls-Royce geschrumpft: Razor Edge, also Rasierklinge, nannte Triumph die Designlinie, die die englische Firma Ende der 1940er-Jahre ausgetüftelt hatte. Der neue Look war unterm Strich weit weniger schnittig, als sich die drei federführenden Herren, Triumphs Hausdesigner Walter Belgrove, Direktor John Black und Leslie Moore, Chefdesigner des Karosseriebauers Mulliner, vorgenommen hatten. Böse Zungen behaupten, der Anblick tat etwa so weh wie der unsachgemäße Umgang mit einem Rasiermesser. Und wenig verwunderlich schnitt man sich damit ins eigene Fleisch.
Mit dem Limousinchen Mayflower wollte man 1949 den Habitus der großen Bentleys und Rolls-Royce auf 3,90 Meter Länge komprimieren - und ja, was soll man sagen, so sah der Arme am Ende leider auch aus. Höfliche Zeitgenossen bezeichneten das Design des Mayflower als polarisierend, viele Jahre später schaffte er es auf der Liste des ehemaligen Top-Gear-Moderators James May noch ganz nach vorne auf die Liste der hässlichsten Autos der Welt. Der Misserfolg war vorprogrammiert, dennoch fand der Mayflower einen kleinen, feinen Kundenkreis: Immerhin beförderte der Westentaschen-Rolls-Royce dann doch 343 Mal so viele Käufer wie das gleichnamige Segelschiff anno 1620 Pilgerväter von England nach Amerika: Da steht es 35.000 zu 102.
Ende der 1980er verfolgte ein Brite einen Plan: Er wollte ein Auto nach seinen Idealen bauen. Mit 4,3 Metern nicht zu groß, damit man sich auch in der Stadt flink durchwuseln kann, aber doch mit brauchbarem Komfort für die Langstrecke. Mit einem ordentlich großen Kofferraum, in dem man einen Wocheneinkauf oder das Gepäck der Passagiere verstauen kann. Mit bester Übersicht zum Einparken, damit man sich lästige Rempler erspart. Herausgekommen ist allerdings kein Familienvan, sondern mit dem McLaren F1 einer der besten Supersportwagen aller Zeiten. Das Mastermind dahinter, Gordon Murray, ist ja schließlich auch nicht irgendwer, sondern verdiente bis 1989 seine Brötchen mit der Konstruktion von Formel-1-Rennwagen.
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