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Chronik

Hermagorer Unternehmer kommen zu Wort

Fußgängerzone ja oder nein? Für die Unternehmer gibt es Vor- aber auch Nachteile. Wir haben nachgefragt.

vor 7 Jahren29. Jänner 2020 um 14:54
HermagorGailtal
Spittal an der Drau
Helfried Lasser, Ex-Gastronom, „Erfinder“ der Altstadtpartys: Eine Ruhezone neben dem fließenden Verkehr einzurichten und dafür dringend notwendige Kurzparkzonen zu opfern, ist für mich kontraproduktiv. Für eine Fußgängerzone fehlen in der Oberen Stadt einfach die Attraktionen. Es hat seinerzeit in der Hauptstraße fünf Gasthäuser gegeben. Inzwischen hat die Obere Stadt einen Kebab-Laden und ein Restaurant. Eine Fußgängerzone müsste viel mehr Gastronomie, Schanigärten anbieten, außerdem müssten die Läden länger offenhalten und nicht um 18 Uhr zusperren. Ich würde vorschlagen, die Kurzparkzonenregelung am Hauptplatz wieder einzuführen, sich weitere attraktive Veranstaltungen überlegen und für diese Zwecke den Verkehr auszusperren. Von einer permanenten Fußgängerzone halte ich nichts.
Jan Kudlinski, Deli Imbiss: Also meine Kunden sind zumeist aus der Region und nehmen auch gerne etwas mit. Zum Abholen ist das natürlich schon sehr praktisch, dass sie bis zur Türe fahren können. Ich glaube, wenn das alles Fußgängerzone wird, hätte ich weniger Kundschaft.
Hannes Kandolf, Bäckermeister und Obmann der Wirtschaftskammer Hermagor: Eine Fußgängerzone würde Hermagor sterben lassen. Das geht gar nicht. Bei den Veranstaltungen wird der Verkehr eh schon gesperrt, mehr braucht es nicht. Ich befürchte, dass ohne Verkehr und Parkmöglichkeit noch mehr Firmen auf die grüne Wiese abwandern. Was Hermagor braucht sind Fachkräfte und Attraktionen! Wir haben mit dem Bärenwirt ein Spitzenrestaurant aber kein einfaches Gasthaus mehr, es gibt kein Hotel und auch die Versuche für ein Spezialitätengeschäft mit Gailtaler Produkten ist bis jetzt gescheitert.
Heimo Leitner, Holzkunst Leitner: Der Tourist, den es interessiert geht eh durch die Stadt. Wen es nicht interessiert, den wird auch keine Fußgängerzone locken. Was Hermagor braucht, ist ein attraktives Angebot. Wenn das Produkt passt, kann man überall was machen.  
Josef Meindl, Schmuckgeschäft-Inhaber und einstiger Straßenmanager der Maria Hilfer Straße in Wien: Zu allererst sollten sich die Hermagorer Geschäftsleute auf gemeinsame Geschäftszeiten einigen. Dann könnte man auch über eine Fußgängerzone im Sommer nachdenken. Sobald die Schanigärten rauskommen, sollte der Hauptplatz mit seiner Verlängerung zur Fußgängerzone werden. Denn hier fährt keiner 30 km/h. Am Abend drehen Jugendliche mit lautstarken Motoren und Mopeds ihre Kreise, die fahren auch ziemlich wild. Da kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Mehr Kontrollen wären da auch wünschenswert. Und schönere Sitzbänke für den Platz. Die jetzigen müssen vor jeder Veranstaltung mit einem Wahnsinnsaufwand abgebaut und dann wieder aufgebaut werden. Das erledigen zwar die Gemeindemitarbeiter, aber das kostet ja auch Steuergeld.  
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