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Was den Winter in Lappland so besonders macht

Die Winter in Finnland sind lange, kalt und finster. Na und? Gerade das macht sie zu einem Spielplatz für ungewöhnliche Aktivitäten. Rentierschlittenfahren zum Beispiel. Oder Weihnachtsmannbesuche. Oder Selbstauspeitschungen.

Für übertriebene Eitelkeit ist es jetzt zu spät. Das Spiegelbild, das einem da entgegengrinst, erinnert an eine Mischung aus verträumtem Schlumpf und einsatzbereitem US-Navy-Seal: das Gesicht in martialischer Camouflagemanier vollgeschmiert mit einer schwarzbraunen Paste aus Torferde. Auf dem Kopf eine schlammgraue Baumwollfrotteehaube mit antennenartig in den Himmel zeigendem Zipfel.
So sitzt man auf einer spartanischen Holzbank und peitscht sich mit einem Strauß vorher in Wasser eingetauchter Birkenäste in bester Büßermanier - einmal links über die Schulter, einmal rechts über die Schulter - selbst aus. Will man traditionelle finnische Rauchsauna-Kultur authentisch erleben, muss man eben die Schamgrenze hinter sich lassen (auch wenn man hier mit Badekleidung in der Sauna sitzt).
Durch das kleine Fenster in der Saunatüre blickt man auf knorrig-krumme Bäume, die sich dicke Wintermäntel aus Schnee übergestülpt haben. Vereiste Trittspuren führen die paar Meter runter zum zugefrorenen See. Ein wackeliger Steg endet an einem dunklen Loch. Augenblicke später wird es einen verschlucken - und nach einer gefühlten Ewigkeit (tatsächlich waren es wenige Sekunden) wieder ausspucken.
Die Skigebiete in Lappland kennzeichnen nicht sehr hoch gelegene, aber schneesichere, relativ einfache, nicht zu lange Abfahrten. Levi hat zum Beispiel 45 Pistenkilometer mit 27 Liften und ein 230 Kilometer langes Langlaufloipennetz. Wegen der Dunkelheit im Winter werden die meisten Loipen und Pisten mit leistungsstarkem Flutlicht beleuchtet. 
Der Fluss Kitkajoki dient als klirrend kalte Kulisse fürs „Riverfloating“. Dabei steckt man seinen Körper in einen dicken, wasserdichten Overall samt Kapuze, legt sich ins Wasser und lässt sich von der Strömung flussabwärts treiben.