Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

"Schwimmen in der Waschmaschine"

Sie gehören zu Australien wie die Kängurus, die Sydney-Oper und Crocodile Dundee: die Ocean Pools, die Schwimmbecken mit Meerwasser direkt am Strand. In diesem Sommer, der auf der anderen Seite der Erdkugel gerade erst beginnt, werden die Pools 200 Jahre alt.

Das Schwimmen im Pool hat drei große Vorteile: keine Strömung, keine Wellen und auch keine Haie. In Australien ist das nicht ganz unwichtig. Ihr "Erfinder" war ein englischer Generalleutnant namens James Morisset. Weil er einen privaten Platz zum Baden brauche, ließ er am Meer ein Becken in den Fels sprengen, das Häftlinge dann begradigen mussten.
Manchmal, so sagen die Veteranen, seien Ocean Pools "wie Schwimmen in der Waschmaschine". Anderntags aber auch wie ein Bad in Champagner. Einer, der es wissen muss, ist Kenton Webb. Der 49-Jährige aus Sydney verfolgt ein ehrgeiziges Projekt: jeweils 1.000 Meter Schwimmen in 1.000 Pools. 521 hat er schon. "Was ich an Ocean Pools mag? Den Geschmack des Wassers: echtes Meer. Die Farben: Grün, Blau, Türkis. Reines Weiß, wenn eine Welle kommt. Und die Sauberkeit: Man kann den Sand am Boden sehen."
Das "Bogey Hole" von Newcastle ist einer der kleinsten: sechseinhalb auf zehn Meter, im Schnitt nur eineinhalb Meter tief.  
Kein Vergleich zum bekanntesten aller Pools: dem "Icebergs" in Sydney, direkt am weltberühmten Bondi Beach. Dort schwimmt man in einem nahezu olympiatauglichen 50-Meter-Becken auf acht geordneten Bahnen. Auch Touristen dürfen hinein, für umgerechnet nicht einmal fünf Euro - zum Schwimmen oder auch nur, um Fotos zu machen. Seit Instagram populär ist, kommen jedenfalls noch mehr.
Wer im 1929 gegründeten "Bondi Icebergs Club" Mitglied werden will, muss jedoch einen Aufnahmetest bestehen. Dazu gehört, dass man fünf australische Winter (Mai bis September) in Folge an drei von vier Sonntagen geschwommen haben muss. Damit die Sache nicht zu einfach wird, werden zur Eröffnung der Saison noch Eisblöcke ins Salzwasser gekippt. Das Wasser kann aber auch so ziemlich kalt sein. Außerdem krachen immer mal wieder Wellen ins Becken.