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Chronik

Basistunnel, Brücken, Böhler, Bohrversuche

Es fällt schwer, aus all den Geschehnissen der letzten drei Jahrzehnte zehn herauszufiltern, die uns besonders auf Trab gehalten haben. Es gibt allzu vieles, das noch gut in Erinnerung oder heute noch sichtbar ist.

vor 7 Jahren31. August 2019 um 10:09
Bruck-Mürzzuschlag
In die letztere Kategorie fällt die „Brucker Harfe“ oder „Europabrücke“, die sich majestätisch über die Mur spannt. Jahrelang wurde verhandelt, geplant und verschoben, aber im Oktober 2010 begann Josef Schneiberg mit seinen Spezialisten den Abriss und ließ sich auch durch eine Insolvenz nicht aufhalten. Im Februar 2011 war die „Spinne“ dem Erdboden gleichgemacht, im Frühjahr 2013 war die neue Straße fertig.
Ein Ereignis ganz anderer Art war die „Wallfahrt der Völker“ am 22. Mai 2004. Sie trug den Namen nicht zu Unrecht – 80 Bischöfe und 100.000 Pilger aus acht Nationen nahmen daran teil, vor allem aus Ost- und Südosteuropa. Bei strömendem Regen wurde nahe dem Flugplatz Mariazell eine Festmesse gefeiert, und wer dabei war, wird das wohl nie vergessen. Drei Jahre später kam Papst Benedikt XVI. zum Jubiläum „850 Jahre Mariazell“.
Eine Kapfenberger Institution war der Obus, also der elektrische Oberleitungsbus der MVG. Im Kriegsjahr 1944 wurde er eingeführt, weil es keinen Treibstoff gab, aber schon lange gab es Überlegungen, diese Dinosaurier des öffentlichen Verkehrs stillzulegen. Im Jahr 2001 fuhren noch sechs Obusse, vier davon hatten dazu einen Dieselmotor – Hybridantrieb heißt das heute. Als im Jahr 2002 die B 116 zwischen Bruck und Kapfenberg vierspurig ausgebaut wurde, war dies das Ende der Obusse.
War das eine Aufregung, als man Anfang 1997 bei einer Probebohrung in Aflenz auf Thermalwasser stieß! Eine Wiener Investorengruppe hatte gleich Pläne parat, von bis zu 1,2 Milliarden Schilling war die Rede – fast 100 Millionen Euro. Aber es wurde nichts draus. Auch eine zweite Bohrung drei Jahre später brachte nicht den gewünschten Erfolg. Nicht viel besser erging es dem Ort Allerheiligen. Man stieß dort zwar 2003 auf besseres Thermalwasser, fand aber keine Geldgeber.
Die Stadt Mürzzuschlag setzte auf bodenständigere Projekte und entwickelte eine Museenlandschaft, die ihresgleichen sucht. Das Wintersportmuseum, 1947 gegründet, zog 2004 ins Stadtzentrum. Im selben Jahr wurde das Südbahnmuseum eröffnet, mit originalen alten Loks und einem schönen Einblick in die Geschichte der Südbahn. Bereits Anfang der 90er-Jahre wurde das gediegene Brahms-Museum eröffnet, eine Privatinitiative der Familie Fuchs. Und dass das Kunsthaus, das zur gleichen Zeit entstand, weithin ein kultureller Leuchtturm ist, muss man niemandem sagen.
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