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Politik

Johnsons "Gruselkabinett"

Der neue britische Premier umgibt sich mit Gleichgesinnten. Kaum zum neuen britischen Premierminister ernannt, baute er flugs das Kabinett radikal um. Jetzt haben in London endgültig die Brexit-Hardliner das politische Sagen. Die wichtigsten Minister im Überblick.

vor 7 Jahren25. Juli 2019 um 15:03
Europäische Union
Nachdem Finanzminister Philip Hammond am Mittwoch zurückgetreten ist, folgt ihm der bisherige Innenminister Sajid Javid auf den Posten. Der 49-jährige EU-Skeptiker und Ex-Banker ist als Sohn pakistanischer Einwanderer der erste Finanzminister einer ethnischen Minderheit. Johnson hatte bereits angekündigt, mehr Frauen und Politiker ethnischer Minderheiten in sein Kabinett zu ernennen.
Die 47-jährige Priti Patel übernimmt von Javid das Amt der Innenministerin. Sie ist wohl eine der Umstrittensten im Kreise Johnsons. Denn zwei Jahren musste die Brexit-Hardlinerin als Entwicklungsministerin zurücktreten, da sie auf eigene Faust in Israel über den Nahostkonflikt verhandelte. Die Tochter indischstämmiger Eltern aus Uganda ist eine Gegnerin der gleichgeschlechtlichen Ehe und sprach sich für ein strengeres Asylsystem aus, außerdem befürwortete sie vor ein paar Jahren noch die Todesstrafe.
Der bisherige Außenminister Jeremy Hunt war Johnson bei der Wahl zum Premierminister unterlegen, der Neue auf dem Posten heißt Dominic Raab. Der frühere Anwalt für internationales Recht und Boxer mit schwarzem Karategürtel wurde von Johnson auch zu seinem Stellvertreter ernannt. Der 45-Jährige war im November als Brexit-Minister zurückgetreten. Das von May mit der EU verhandelte Abkommen bezeichnete er damals als "schlecht für unsere Wirtschaft und unsere Demokratie".
Der 51-jährige Ex-Bildungs, Justiz und Umweltminister Michael Gove gehört zu den leidenschaftlichsten Euroskeptikern und hat eine Sonderrolle im Kabinett inne: Er wurde von Johnson zum Kanzler des Herzogtums Lancaster ernannt und wird damit Medienberichten zufolge eine entscheidende Rolle in den Brexit-Verhandlungen spielen. Denn Johnson habe seinen ehemaligen Rivalen mit der Vorbereitung für einen möglichen EU-Austritt ohne Deal beauftragt. Als Kanzler hat er zwar ein Ministeramt ohne Geschäftsbereich, ist aber de facto die rechte Hand des Premierministers.
Auch den kleinen Bruder hat Premierminister Johnson untergebracht: Jo Johnson ist nun Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Der 47-Jährige war schon unter David Cameron und Theresa May Minister und ist wie sein Bruder Brexit-Befürworter.
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