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Chronik

Leben auf einem Pulverfass

Wieder einmal spuckt der Vulkan Stromboli Asche. Wie ein Damoklesschwert schwebt die Gefahr eines Ausbruchs über den Bewohnern und Touristen der Region.

vor 7 Jahren4. Juli 2019 um 16:53
Dass sie auf einem Pulverfass leben, wissen die Bewohner von Stromboli. Nur wenige Hundert sind es, die an einem der aktivsten Vulkane der Welt das ganze Jahr über wohnen. Erst im Sommer beginnt auf der gleichnamigen kleinen Insel vor der sizilianischen Küste der große Rummel.  
Dann kommen Touristen aus aller Welt, um sich an den herrlichen schwarzen Lavastränden zu sonnen und sich ein bisschen vor dem Vulkan im Hintergrund zu gruseln. Am Mittwochnachmittag durchschnitten zwei laute Explosionen das Sommeridyll. Wie ein Kanonendonner kam es von dem gut 900 Meter hohen Feuerberg herab.
Eine zwei Kilometer lange Aschesäule stieg in den Himmel, bevor der Rauch die Insel und das Meer verdunkelte. Glühende Lavabrocken fielen wie Feuerregen zu Boden, erzählten Augenzeugen. Besonders der kleine Ort Ginostra war betroffen. Dort in der Nähe starb ein sizilianischer Wanderer, der mit einem Begleiter eine Exkursion zum Vulkan machen wollte.
"Die Menschen haben Schutz in ihren Häusern gesucht oder sind ins Meer gesprungen, um sich vor Lavasteinen zu schützen", erzählte der Taxifahrer Gianluca Ioppolo, der seit 20 Jahren auf Stromboli lebt, am Donnerstag. Er habe die Menschen am Strand aufgerufen, in höhere Lagen zu laufen - falls Gestein ins Wasser rutscht und einen Tsunami auslöst. Generell sei keine große Panik ausgebrochen.
Auf Stromboli sind die Erinnerungen noch wach an den Tsunami von 2002. Damals rutschte nach einem Ausbruch ein Felshang vom Kegel des Hauptkraters ins Meer und löste eine bis zu zehn Meter hohe Flutwelle aus, die auch die Nachbarinseln Lipari und Panarea erfasste. Wie durch ein Wunder wurden dabei nur wenige Menschen verletzt. Die Behörden ließen Stromboli für mehr als zwei Monate evakuieren. Auch 2007 gab es einen großen Ausbruch.
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