Beherzter Kämpfer für die Brucker Herzstation
Kardiologe Gerald Zenker kämpfte einst lange um eine Herzstation am LKH Bruck. Seit genau 20 Jahren gibt es sie nun.

Der Kardiologe Gerald Zenker ist zwar der Sohn eines Internisten, „aber mein Vater hat mir bei der Wahl des Studiums alle Freiheiten gelassen“, sagt er. Dass es die Spezialisierung auf das Herz geworden ist, lag daran, dass ihn das Herz als zentrales Organ schon als Kind fasziniert hat, wie er sagt.
Mit knapp 24 Jahren hatte er sein Medizinstudium in Graz abgeschlossen, es folgten die Facharztausbildung für Innere Medizin und Kardiologie sowie Studienaufenthalte in den USA und in Deutschland.
1991 wurde Zenker Vorstand der Medizinischen Abteilung am LKH Mürzzuschlag. Sehr bald war dem Kardiologen klar, wie wichtig eine Herzstation in der Obersteiermark wäre: „Damals mussten Patienten bis zu vier Monate auf eine Herzkatheteruntersuchung warten, manche starben auf der Warteliste“, erinnert er sich.
Beherzter Kampf
Zenker, damals schon Dozent und eine bekannte Größe in der kardiologischen Fachwelt, bemühte sich mit allen Mitteln um eine Herzstation in der Obersteiermark. Er unternahm Vorstöße beim Land und bei der Kages, Tausende Unterschriften wurden gesammelt. Irgendwann setzt er sich durch, 1999 wurde das Herzkatheterlabor in Bruck eröffnet – mit Zenker als Chef, der im Jahr davor Vorstand der Medizinischen Abteilung in Bruck geworden war.
Zur Person
Gerald Zenker ist Professor und Primar. Er wurde 1954 in Bruck/Mur geboren, studierte an der Uni Graz. Seit 1998 ist er Vorstand der Medizinischen Abteilung am LKH Hochsteiermark/Bruck.
1999 setzte er die Herzkatheterstation in Bruck durch.
Zenker lebt in St. Lorenzen/Mzt.
Der 20. Geburtstag des Herzkatheterlabors wird diese Woche mit dem 19. Herz-Symposium gefeiert. Zenker lädt zu diesen Symposien alljährlich namhafte Experten nach Bruck ein, denn er hat nach wie vor den Ehrgeiz, neue kardiologische Erkenntnisse sofort in seiner Abteilung in Bruck zu implementieren: „Dadurch ist es gelungen, uns auf ein internationales Niveau vorzuarbeiten“, freut er sich.
Begeisterter Jäger
Zum Ausgleich ist der begeisterte Jäger viel in der Natur und liest historische Bücher. Obwohl vor wenigen Tagen 65 Jahre alt geworden, denkt der Vater zweier erwachsener Söhne nicht an die Pension: „Drei Jahre mache ich auf alle Fälle noch weiter, und danach gibt es sicher Bereiche, in denen meine Erfahrung gefragt ist.“
Die gibt er auch jetzt schon gerne weiter: „Viele junge Ärzte wollen zu mir. Das freut mich, denn es ist keineswegs selbstverständlich.“