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Chronik

Ferrari SF90 Stradale

Zum 90. Geburtstag schenkt man den Ferraristi kein limitiertes Supersondermodell. Sondern den ersten serienmäßigen Plug-in-Hybrid-Supersportler überhaupt.

vor 7 Jahren4. Oktober 2019 um 13:15
Modellvorstellung
F40, F50, Enzo – dass Ferrari zu runden Firmenjubiläen sich mit einem Superlativ auf vier Rädern beschenkt und damit die Herzen der treuesten (und liquidesten) Markenliebhaber himmelhoch jauchzen lässt, ist schon eine liebgewonnene Tradition geworden. Doch heuer geht man das Thema Thema Geburtstag einmal völlig anders an: Der SF90 Stradale ist kein streng limitiertes Sondermodell, das an handverlesene Kunden verteilt wird. Er ist mehr oder weniger ein Serienmodell, aber vollgesteckt mit der modernsten Technik, bei der jedes Super- und Hypercar lange Zähne kriegen würde.
Was erwartet uns also alles? Genug, um manch Traditionalisten in Wallungen zu bringen: Den Anfang macht der aus dem 488 bekannte, gründlichst überarbeitete V8-Biturbo, der in SF90-Konfiguration 780 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment liefert. In Kombination mit drei Elektromotoren – einer jeweils an einem Vorderrad, einer in der aus der Formel 1 bekannten MGUK-Einheit (Motor Generator Unit, Kinetic), die sich zwischen Motor und Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe befindet – kommtn glatte 1000 PS zustande. Damit ist also nicht nur erstmals ein Achtzylinder das Spitzenmodell im Stall der Scuderia Ferrari. Erstmalig gibt es aus Maranello somit einen Sportwagen mit Allradantrieb.
Das Leistungsgewicht liegt bei lediglich 1,57 Kilogramm pro PS, der Sprint von 0 auf 100 km/h ist in 2,5 Sekunden absolviert, der auf 200 in 6,7 Sekunden, und bei 250 km/h wirken dank ausgeklügelter Aerodynamik 390 Kilogramm Anpressdruck auf die Räder.
Das Zusammenspiel der vier Motoren regelt indes eine aufwändige Steuerelektronik, die dem Piloten vier Antriebsmodi zur Verfügung stellt. Die beiden vorderen Elektromotoren liefern etwa im rein elektrischen Fahrmodus allein den Antrieb für 25 Kilometer und bis maximal 135 km/h. Gesteuert wird das an die beiden Vorderräder abgegebene Drehmoment unabhängig voneinander – eine Erweiterung des Torque Vectoring-Konzepts. Der voll in die Steuerung der Fahrzeugdynamik integrierte elektronische Regler für Kurvenfahrten – kurz RAC-e – regelt die Drehmomentverteilung und macht das Fahren am Limit so wesentlich einfacher und sicherer.
Das ist insofern bemerkenswert, da die Einführung der Hybridarchitektur auch wegen des zusätzlichen Gewichts eine Herausforderung war. Für maximale Performance hinsichtlich Gesamtgewicht, Steifigkeit und Schwerpunkt wurden Fahrwerk und Karosserie des SF90 Stradale völlig neu und unter Einsatz von Multimaterial-Technologien, zum Beispiel Carbonfaser, gestaltet. Das Ergebnis: ein Leergewicht von gerade einmal 1570 Kilogramm.
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