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Katheterlabor hat schon viele Leben gerettet

Das Herzkatheterlabor am LKH Bruck ist20 Jahre alt. Seit 1999 wurden 20.000 Stents gesetzt und Tausende Notfälle behandelt.

Gerald Zenker (5. v. l.) ist stolz auf sein dynamisches Team des Herzkatheterlabors
© (c) Pototschnig Franz
Gerald Zenker (5. v. l.) ist stolz auf sein dynamisches Team des Herzkatheterlabors
Franz Pototschnig

Als Gerald Zenker 1991 Vorstand der Medizinischen Abteilung am LKH Mürzzuschlag wurde, war dem 37-jährigen Dozenten klar: Die Obersteiermark braucht dringend eine kardiologische Versorgung. Damals mussten Herzinfarktpatientin nach Graz gebracht werden, obwohl beim Herzinfarkt jede Minute zählt.

Es folgten unzählige Eingaben und Vorsprachen bei der Landespolitik und der Kages, denn erstens kostet ein Katheterlabor viel Geld, und zweitens musste erst das Bewusstsein geschaffen werden, dass die Entfernungen in der Obersteiermark enorm groß sind und immerhin 300.000 Menschen hier leben.

1999 war es soweit: Das Herzkatheterlabor am LKH Bruck wurde eröffnet. Gerald Zenker, mittlerweile Vorstand der „Medizinischen“ am LKH Bruck, hatte sein Ziel erreicht. Das junge Team legte sich mit viel Engagement ins Zeug: Noch im selben Jahr war sogar Christian Barnard im LKH Bruck zu Gast, jener berühmte Arzt, der weltweit die erste Herztransplantation durchgeführt hatte.

Es war überhaupt eine Goldgräberzeit für die Herzchirurgie. 1991 wurden Herzinfarkte noch vielfach mit gerinnungsauflösenden Medikamenten bekämpft, die Sterblichkeitsrate lag jenseits von 30 Prozent. Mitte der 1990er-Jahre setzten sich die „Stents“ durch, jene Geflechte aus Draht oder Kunststoff, die an die verengte Stelle im Blutgefäß geführt werden und es wieder öffnen. Bruck war vorne dabei.

Sterblichkeit von 30 auf 3 Prozent

Genau 20 Jahre ist die Eröffnung des Herzkatheterlabors am LKH Bruck nun her, und es sind 20 Jahre Erfolgsgeschichte, wie Zenker sagt: „In dieser Zeit wurden 30.000 Patienten mittels Herzkatheter untersucht, es wurden 12.347 Eingriffe durchgeführt und dabei rund 20.000 Stents gesetzt. Und es wurden 6254 Herznotfälle behandelt, wobei wir vielen Menschen das Leben retten konnten.“ Auch die Sterblichkeitsrate bei Herzinfarkten wurde drastisch gesenkt, laut Zenker liegt sie heute bei einem Zehntel von früher, also bei 2 bis 3 Prozent.

Das Herzkatheterlabor hat aber nicht nur eine Versorgungslücke in der Obersteiermark geschlossen, sondern noch etwas bewirkt, wie Zenker betont: „In der Folge wurde die Gefäßchirurgie in Bruck angesiedelt und somit der Standort nachhaltig abgesichert.“

Zenker, der in seinen Lehrjahren in den USA und in Deutschland tätig war, pflegt dorthin enge Kontakte und ist ständig bemüht, internationale Kapazitäten zu Vorträgen und Tagungen an das „LKH Hochsteiermark, Standort Bruck“ zu holen, wie das Haus heute heißt. „In diesen 20 Jahren konnten wir uns auf ein internationales Niveau vorarbeiten“, sagt er stolz.

Zum Geburtstag ein neuer Kathetertisch

Die ständige Weiterbildung der Ärzte und des gesamten Teams trugen dazu ebenso bei wie das rasche Reagieren auf neue Erkenntnisse und Behandlungsmethoden. So arbeitet man seit 2015 eng mit dem Physikalischen Ambulatorium der Stadtwerke Bruck zusammen, wo Patienten sehr rasch mit der Rehabilitation beginnen können, und zwar ambulant. Lag man früher nach einem Herzinfarkt drei bis vier Wochen im Spital, so sind es heute höchstens fünf Tage, dann geht’s sofort los mit der Rehabilitation. 650 Patienten pro Jahr nützen diese enge Verbindung.

Der erste Kathetertisch war übrigens ein Geschenk des Sozialhilfeverbands. Jetzt, sozusagen als Geburtstagsgeschenk, wird von der Kages die Ausstattung komplett erneuert: „Im Juli bekommen wir das modernste Herzkatheterlabor von ganz Österreich“, freut sich Zenker.