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Chronik

Darum müssen sie sterben

Wolfgang Paill, Leiter der Abteilung Naturkunde im Joanneum, hat für die Kleine Zeitung Beispiele zusammengestellt, die eindrucksvoll zeigen, wie es für heimische Insekten immer enger wird. Sehen Sie selbst!

vor 7 Jahren25. Mai 2019 um 20:29
Steiermark
Lebensraum Moore Die Zwerglibelle lebt ausschließlich in Mooren und braucht flache, nicht zu saure Schlenken zur Entwicklung der Larven. Die Art ist klein – und flugfaul, weshalb sie nicht zwischen isolierten Moorstandorten wechseln kann.Gefährdung: „Obwohl Moore geschützt sind, verschwinden nach wie vor viele Flächen“, erklärt Wolfgang Paill. Entwässerungen beispielsweise im Umfeld von Mooren stören dort den Wasser- und Nährstoffhaushalt, aber auch der Klimawandel wirkt sich aus.
Lebensraum Quellen Der Grubenlaufkäfer fühlt sich am Rande von Quellen und kleinen Gerinnen in Laubwäldern wohl.Gefährdung: „In großer Zahl werden Quellen gefasst, um Trinkwasser zu gewinnen, Teiche zu befüllen, Äcker zu bewässern.“ Auch Forststraßen oder die Verinselung von Standorten durch die Regulierung größerer Bäche schaden der Art. Und: So ein Käfer ist zwar geschützt, die Zerstörung seines Lebensraums durch eine Deponie aber (wie sich schon gezeigt hat) genehmigungsfähig.
Lebensraum Flussauen Der Flussufer-Sandlaufkäfer braucht große, sonnige Schotterbänke, wo sich Larven in selbst gegrabenen Löchern entwickeln und Käfer auf Nahrungssuche umherfliegen können. Insbesondere die Murauen sind „die mit Abstand insektenreichsten Lebensräume der Steiermark“ (Paill). Diese Artenfülle ist allerdings davon abhängig, dass sich der Grundwasserstand immer verändert, Flussufer überschwemmt werden,Material abgetragen und anderswo angeschwemmt wird.Gefährdung: durch Landwirtschaft, Schottergewinnung – und Wasserkraftwerke, die für stabile Verhältnisse sorgen, für Aulandschaften tödlich.
Lebensraum Kuhweiden Der Mondhornkäfer lebt auf Kuh- und Pferdeweiden in wärmebegünstigter Lage und mit geringer Viehdichte. Käfer und Larven fressen den Kot der Weidetiere und bauen damit die Ausscheidungen ab.Gefährdung: In wärmebegünstigten Lagen der Ost-, Süd- und Weststeiermark „sind Weideflächen bzw. Hutweiden weitgehend aus dem Landschaftsbild verschwunden“, so der Fachmann. Und die wenigen noch bestehenden Weiden würden zu intensiv bestoßen.
Lebensraum Koralpe Der Justusis Grabläufer kommt weltweit nur auf der Koralpe und im Bachergebirge (Grenzgebiet Kärnten/Slowenien) vor. Er lebt an feuchten, steinigen Stellen.Gefährdung: Obwohl die Koralpe von „extrem hoher naturschutzfachlicher Bedeutung ist“ (Paill), steht nur ein sehr kleiner Teil unter Schutz. Dem stehen entgegen: ein Skigebiet, militärische Nutzung, Fassung und Ableitung von Quellen, intensive Waldbeweidung und Forstwirtschaft, geplante Kraftwerke. Auch der Klimawandel lässt grüßen.
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