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Job & Karriere

Wegweiser zum perfekten Nebenjob

Fünf interessante Nebenjobs im Porträt und ein Blick auf die Verträge, die dabei zu unterschreiben sind.

vor 7 Jahren9. März 2019 um 04:35
Job & Karriere
DIREKTBERATER - VERDIENEN MIT VERKAUFSPARTYS FÜR SCHMUCK, KOSMETIK & CO. Grundsätzlich unterscheidet man im Direktvertrieb zwei Modelle: Bei „Single Level“ wird ausschließlich durch den Verkauf von Produkten verdient. Den weitaus größeren Teil des Direktvertriebs bildet „Multi-Level Marketing“, wo es neben dem Produktverkauf auch die Möglichkeit zum Aufbau eines Netzwerkes gibt. „Bei seriösen Unternehmen sind die Einkommensmöglichkeiten relativ ähnlich, der Verdienst richtet sich hauptsächlich nach dem erfolgten Zeiteinsatz“, erklärt Peter Krasser, der die Branche im Bundesgremium der Wirtschaftskammer vertritt. Laut Branchenreport der Wirtschaftskammer lassen sich mit dem Job im Schnitt nebenberuflich 1035 Euro monatlich (vor Steuern) verdienen, hauptberuflich (ab 30 Stunden in der Woche) sind es im Schnitt 6415 Euro. Worauf angehende Direktberater achten sollten: „Das Unternehmen, mit dem sie zusammenarbeiten, sollte seinen Sitz bzw. Gerichtsstand in der EU haben. Bei seriösen Firmen gibt es auch keine Abnahmeverpflichtung von Waren.“ Anders gesagt: Die Startkosten liegen fast bei null, wer scheitert, bleibt nicht auf Schulden sitzen.
ZEITUNGSZUSTELLER - EIN JOB FÜR FRÜHAUFSTEHER. Zu den Pluspunkten des Zustellergeschäfts gehören ein sicheres Einkommen ohne Abhängigkeit von eingehenden Aufträgen und die Möglichkeit, in der unmittelbaren Wohnumgebung arbeiten zu können. Das Einkommen hängt davon ab, wie viel Zeit jemand investieren will: „Wenn jemand nur eineinhalb Stunden täglich arbeiten möchte, dann geht das in der Stadt auch, spiegelt sich aber natürlich im Einkommen wider“, sagt Horst Jungmann, Geschäftsführer der „redmail“, des größten Zeitungszustellers in der Steiermark und Kärnten. In Summe arbeiten rund 3000 Zusteller für die Gruppe. In der Praxis pendle das Honorar für die „selbstständigen Zustellpartner“ der „redmail“ zwischen 500 und 1500 Euro pro Monat. Ab 1. Juli 2019 steht es gesetzlich auch außer Frage, dass Zusteller selbstständige Unternehmer sind. Nur zwei eigene Betriebsmittel müssen sie in den Job einbringen: ein Fahrzeug, das in der Stadt durchaus auch ein Moped oder Fahrrad sein kann, und ein funktionierendes Handy, um damit zum Beispiel die Produktübernahme zu bestätigen. Details unter www.zustellpartner.at und Tel. (05) 1795 1795.
KELLNER & CO. In der Gastronomie und Hotellerie können ungelernte Kräfte in vielen Bereichen ganz gut dazuverdienen, sei es im Service, in der Küche oder an der Rezeption. „Die Arbeitsverträge sind dabei sehr flexibel gestaltbar“, sagt Christian Kolbl, zuständiger Fachgruppengeschäftsführer in der Wirtschaftskammer Steiermark. Das gehe von Saisonbetrieben, die eine Hilfskraft für eine Sommersaison anmelden, über klassische Teilzeitanstellungen bis zur fallweisen Beschäftigung für einen Tag jede zweite Woche. Der Monatslohn für Hilfskräfte laut Kollektivvertrag liege dabei bei etwa 1500 Euro (derzeit laufen Lohnverhandlungen) – das gibt einen Stundenlohn von knapp 9 Euro brutto.Nicht eingerechnet sind dabei allerdings versteckte Zuverdienste: Häufig gibt’s die Verpflegung gratis dazu, eventuell auch eine Unterkunft, und zu guter Letzt ist da noch steuerfrei das Trinkgeld. Im Servicebereich lässt sich das Einkommen mit dem Trinkgeld im Idealfall sogar verdoppeln, erklären Brancheninsider. Der Job verlangt allerdings auch viel Flexibilität und einen guten Umgang mit Menschen beziehungsweise Gästen.
FAHRRADBOTEN. Die meisten Fahrradboten arbeiten als Selbstständige, und in vielen Fällen handelt es sich dabei um Sportstudenten, die sich ein Zubrot verdienen. Denn punkten kann man in dem Job nur mit Schnelligkeit – und das bei jedem Wetter. Ob man dabei nach Zeit oder Kilometer bezahlt wird, mit oder ohne Extravergütungen, ist laut Wirtschaftskammer von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Horst Orthaber vom Grazer Fahrradkurierdienst „Pink Pedals“, dessen Unternehmen (als eines der wenigen in der Branche) seine Boten angestellt hat, schildert die Verdienstmöglichkeiten so: „Bei uns liegt der Stundenlohn zwischen 7,50 Euro und 8,50 Euro netto, die Pausen werden mitbezahlt.“ In der Stadt radeln die Kuriere dafür bis zu drei oder vier Stunden durch und machen dann eine Pause. Die Arbeitszeiten liegen dabei zwischen fünf und 30 Stunden pro Woche. Die meisten Boten bauen sich ihr Fahrrad selbst oder bringen es schon mit, „Pink Pedals“ zahlt dafür zwischen 200 und 400 Euro als Abgeltung und ersetzt die Verschleißteile. Aber wie gesagt: Eine Anstellung ist in der Branche die Ausnahme.
HAUSHALTSHILFE - BEZAHLT MIT DIENSTLEISTUNGSSCHECK. Einfache haushaltstypische Dienstleistungen in privaten Haushalten, wie Reinigungsarbeiten, Babysitten, Einkäufe für Ältere oder Kranke oder Gartenarbeiten, können seit 2006 mit dem Dienstleistungsscheck (DLS) legal entlohnt werden. Mit dem DLS ist man unfallversichert und hat auch bei geringfügigen Einkünften die Möglichkeit, zu einer freiwilligen Kranken- und Pensionsversicherung (um 63,07 Euro pro Monat) zu kommen. Derzeit liegt der Mindeststundenlohn für Reinigungsarbeiten inklusive anteiliger Zuschläge bei 12,34 Euro, für Kinderbetreuung bei 13,40 Euro. Der DLS hat sich übrigens zum reinen Erfolgsmodell entwickelt: Im Vorjahr wurden in Österreich DLS im Wert von 10.754.485 Euro verkauft, täglich werden rund 900 bis 1000 Arbeitsverhältnisse per DLS entlohnt. Und die Abwicklung wird immer einfacher: Seit 2011 gibt es den DLS online, seit Kurzem auch noch per Handy-App.
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