Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Katzen im Anflug

Mit wehendem Fell, gestreckten Tatzen, sicherem Blick und angelegten Ohren machen sich Julia Christes liebste Fotomodels bereit zur Landung. Die deutsche Fotografin zeigt in ihrem neuen Bildband Stubentiger auf dem Sprung, gewissermaßen im Anflug.

Gestatten: Jambo Freddy, eine Savannah-Katze. Wie Julia Christe auf die Idee für dieses Buch kam? "Das habe ich Max, Socks und Dreizehn zu verdanken – unseren eigenen Katzen (Anm. d. Red.). Eigentlich bin ich ein überzeugter Hundemensch, aber dann fand ich auf unserem Hof einen Wurf ganz junger Kätzchen. Ihre Mutter war eine dieser sehr scheuen verwilderten Katzen – und so kommt es, dass wir auf unserem Hof nun drei zutrauliche Katzen haben. Die ganze Geschichte erzähle ich im Buch… Das Buch selbst ist die logische Fortsetzung der "fliegenden Hunde", die vor zwei Jahren in den USAund vor einem Jahr in Deutschland erschienen sind," erzählt die Fotografin.
Bühne frei für Amadeus, Britisch Kurzhaar. So brachte Christe die Katzen zum "Fliegen": "Das war ganz unterschiedlich, je nach Charakter der Katze. Einige, besonders die jungen und verspielten Katzen, sind gern einem Spielzeug hinterher gesprungen. Andere wiederum, besondersdie, die „kameraerfahren“ sind, wurden auf dem Arm gehalten und aus ca. Hüfthöhe auf eine weiche Matte fallen gelassen."
Taiyoukai Mavis Charlottenhof, Siam. Wie lange es gedauert hat, bis alle Bilder im "Kasten" waren? "Tierfotografie ist zeitintensiv. Ich habe mehrere Shooting- Wochenenden in Berlin und Frankfurt amMain verbracht. Tiermodels sind nicht so einfach „planbar“. Und nach dem Fotografieren müssen dann ja noch die Bilder gesichtet und sortiert werden. Alles in allem ist das Buch über einen Zeitraum von einem Jahr entstanden", sagt die Fotografin.
Empire vom Maggiolino, Britisch Kurzhaar. Und wie gewöhnt man die Stubentiger an die Studioatsmosphäre beim Fotografieren? Christe antwortet: "Katzen sind echte Bewegungswunder. Sie bewegen sich sicher und sehen dabei sehr elegant aus. Während einige Hunde nur gehalten und die fliegenden Haare mit Hilfe eines Föns erreicht wurden, können Katzen sehr sicher landen! Viele der abgebildeten Katzen sind durch Ausstellungen und Shows trainiert und haben kein Problem mit der ungewohnten Umgebung im Fotostudio zurechtzukommen und dabei noch sehr unerschrocken aufzutreten. Die „gewöhnliche“ Hauskatze ist dabei viel zurückhaltender. Auch wollten nicht alle „Models“ springen oder sich vom Arm fallen lassen. Sie haben dann einfach nur zugeschaut oder geschlafen. Es gab auch Katzen, die sich gar nicht fotografieren lassen wollten, egal ob in der Bewegung oder auf dem Podest. Das muss man als Fotograf akzeptieren und sie in Ruhe lassen. Gezwungen wurde keine Katze und es hat sich auch keine verletzt."
Jan Age, Hauskatze. Julia Christe über ihre Vorbilder in der Fotografie: "Ich schätze die Arbeiten von Jeff Wall sehr. Und der überwiegende Teil meiner Arbeiten hat mit Tierfotografie nichts zu tun. Durch einige Aufträge für Magazine, Zeitschriften und Werbekampagnen, in denen Tiere vorkamen, hat die Tierfotografie mich dann teilweise vereinnahmt. Und dabei habe ich auch meinen eigenen Stil entwickeln können."