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Der eigene Weg war bisher erfolgreich

Im Heimaturlaub in Anger blicken Nationalspielerin Barbara Dunst und ihre Familie zurück auf die Anfänge ihrer Karriere und den Weg bis in die deutsche Bundesliga, wo sie derzeit beim MSV Duisburg spielt.

Nationalspielerin Barbara Dunst mit Mutter Helga, Vater Hermann und Bruder Bernhard
© Lukas Meißl
Nationalspielerin Barbara Dunst mit Mutter Helga, Vater Hermann und Bruder Bernhard

Sie ist im Kader des Frauennationalteams und zählt zu den besten Fußballerinnen Österreichs. Barbara Dunst, die aus Viertelfeistritz (Gemeinde Anger) stammt, hat ihre bisherigen 20 Lebensjahre ganz dem runden Leder gewidmet. „Schon im Kindergarten wollte sie immer nur Fußball spielen. Es hat nichts anderes für sie gegeben“, erinnert sich Mutter Helga.

In den Anfangsjahren spielte sie als einziges Mädchen bei Burschenvereinen in Anger und St. Ruprecht. „Für meine Entwicklung war es das Beste, bei Männervereinen zu spielen, vor allem was das Tempo und die Härte im Spiel betrifft“, so die Nationalspielerin. Als erste Frauenmannschaft verpflichtete sie der Bundesligist LUV Graz. Bei ihrem Debüt mit 15 Jahren war sie eine der jüngsten Bundesligaspielerinnen.

„Wir waren an allen Wochenenden auf den Fußballplätzen unterwegs“, erzählt Mutter Helga, „mein Mann ist direkt aufgeblüht.“ Für Vater Hermann war schon sehr früh klar: „Es ist das Schönste für einen Menschen, seinen Lebenstraum zu verwirklichen. Und dabei haben wir Barbara immer unterstützt.“ Dazu war es notwendig, einen eigenen Weg einzuschlagen: Von der Hauptschule Anger wechselte sie ins Leistungsausbildungszentrum Weiz und von dort nach St. Pölten in die Frauenfußball-Akademie, wo sie auch die Handelsschule abgeschlossen hat. „Ich hatte manchmal Phasen, wo ich gedacht habe, es gibt nur Fußball. Doch jetzt sehe ich, wie wichtig eine schulische Ausbildung ist“, meint Barbara Dunst.

Barbara Dunst in einem Match im Nationalteam
© GEPA pictures
Barbara Dunst in einem Match im Nationalteam

Mittels Fernstudium ist sie gerade dabei, die Matura nachzuholen. „Viele Kolleginnen des Nationalteams machen nebenbei Ausbildungen“, erklärt sie. Zu schwierig sei es, nur vom Fußball zu leben. „90 Prozent aller Frauen, die in der österreichischen Bundesliga spielen, müssen nebenbei arbeiten“, sagt Dunst. In den Damenligen von Deutschland und England geht es dagegen schon viel professioneller zu. So war für Dunst klar, nach ihren Erfolgen beim SKN St. Pölten (Meistertitel und Cupsieg) ins Ausland zu gehen. Nach einem Engagement bei Bayer 04 Leverkusen wurde sie im Sommer 2017 vom MSV Duisburg verpflichtet, wo es zu Rang neun reichte. „Als sie nach Deutschland gegangen ist, habe ich zu ihr gesagt, dass sie mich jeden Tag anrufen soll. Hat sie sich dann einmal nicht gemeldet, habe ich mir sofort Sorgen gemacht“, erinnert sich Mutter Helga.

Zur Person

Barbara Dunst, geboren am 25. September in Graz. Aufgewachsen in Viertelfeistritz (Gemeinde Anger).

Beruf: Fußballspielerin. Position: Mittelfeld.

Vereine: aktuell MSV Duisburg (deutsche Bundesliga), zuvor Bayer Leverkusen (2016/17) und St. Pölten (2014–2016).

Nationalteam: EM-Teilnahme U17 und U19, 20 Spiele im A-Nationalteam.

„Essen, trinken, spielen, schlafen – so schaut mein Tag aus. Fortgehen kommt nicht infrage“, präzisiert sie. Der Verzicht prägt also das Leben der Spitzensportlerin: „Ich habe heuer das erste Mal seit vier Jahren gemeinsam mit meiner Familie einen Urlaub verbracht. Schade ist auch, dass ich den kleinen Dunsti nicht begleiten kann, wie er sich weiterentwickelt.“ Der „kleine Dunsti“, das ist Barbaras 13-jähriger Bruder Bernhard. Er ist ungemein stolz auf die große Schwester: „Ich werde sehr oft in der Schule auf meine Schwester angesprochen – das erlebt nicht jedes Kind.“

Und nicht jede Fußballerin erlebt solche Erfolge in den ÖFB-Auswahlen wie die „große Dunsti“: Mit dem U17- und dem U19-Nationalteam qualifizierte sie sich jeweils als Kapitänin für eine Europameisterschaft. Größter Erfolg war aber natürlich das EM-Halbfinale mit dem A-Team 2017. Und ihre weiteren Ziele? „Ich möchte zu einer Größe und Persönlichkeit im Nationalteam werden“, so Dunst, die ein Fan Lionel Messis ist. Mittlerweile steckt die 20-Jährige schon in der Vorbereitung auf die kommende Saison in Deutschland, die am 15. September startet. Ihre Eltern wünschen ihr das Allerbeste. Vater Hermann: „Am wichtigsten ist, dass sie gesund bleibt und den Sport mit Freude betreibt.“