Neues Video: Auch Boeing landet bei "Flughafen" auf Hoteldach
In der Nacht auf Mittwoch wurde den Betreibern eines Grazer Hotels ein zweites Flugzeug zugestellt. Auf dem Hoteldach entsteht nun ein "Mini-Flughafen".

Die Funken sprühen schon in aller Frühe: Es ist Mittwoch, 30. Mai, kurz nach 7 Uhr und auf dem Areal des Grazer Hotels "Novapark" krempeln die Handwerker schon die Ärmel hoch.
Sie legen bereits an jenem Trumm Hand an, das in der Nacht zuvor per Lkw geliefert worden war: eine ausgewachsene Boeing 727-200.
Nach dem nächtlichen 60-Meter-Sondertransport, im Zuge dessen wieder Kreuzungen adaptiert und vorübergehend gesperrt werden mussten, haben unmittelbar die Bastelarbeiten begonnen: Noch am heutigen Mittwoch soll der Rumpf der Boeing auf das Parkdeck des Hotels gehievt werden. Anschließend werden die Tragflächen wieder angebracht.
Nach einer frischen Lackierung landet schließlich die Boeing auf dem Dach des neu errichteten Novapark-Komplexes - wobei die Schnauze rund 20 Meter in die Luft ragen wird. Dort wird die umgebaute Maschine künftig als ungewöhnliches Restaurant rund 45 Gästen zur Verfügung zu stehen.
Und zwar in direkter Nachbarschaft zu Flieger Nummer eins: Seit wenigen Wochen steht ja schon eine Iljuschin, ein ehemaliges Regierungsflugzeug aus der Tschechoslowakei, auf dem Dach des "alten" Novapark-Hauses.
Sie kann in Zukunft - samt Bar an Bord - für Feiern aller Art gebucht werden. Beide Flugzeuge, sowohl die Iljuschin als auch die frisch gelieferte Boeing, werden ab Juli in eine Art "Mini-Flughafen" eingebettet. Gates inklusive.

Weniger als drei Stunden
Im Hinblick auf den Sondertransport, der sich in der Nacht auf Mittwoch vom Süden kommend in die Grazer Fischeraustraße aufmachte, mussten erneut Straßenkreuzungen adaptiert oder so wie die Grazer Ecke Kalvariengürtel/ Kalvarienbergstraße gleich gesperrt werden.

Da diesmal der Rumpf ohne Heck geliefert wurde, kamen die Transporteure schneller als bei der Iljuschin im Grazer Stadtgebiet voran. Vom Verteilerkreis Webling bis zum Hotel Novapark waren weniger als drei Stunden nötig.
Franz Sucek vom Transport- und Kranunternehmen Prangl wirkte beim zweiten Jet wesentlich gelassener, ist der zweite Rumpf doch um einige Meter kürzer und wiegt mitsamt dem Rahmengestell "nur" 43 Tonnen, während das Gewicht bei der Iljuschin 54 Tonnen ausmachte.
Die etwas kleineren Abmessungen machten sich auch am Vorankommen in der Stadt bemerkbar: Bereits gegen Mitternacht kam der Sondertransport am Knoten Graz-West an, um 1.00 Uhr passierte man schon den Bahnhofgürtel und um 2.00 Uhr fädelten die Transporteure die Boeing durch die knifflige Kreuzung des Kalvariengürtels mit der Augasse.

Danach ging es schnell, denn bereits um 2.45 Uhr kam der Transport an der Rückseite des Hotels an. Ausschlaggebend war laut Sucek, dass diesmal die Zugmaschine voranfuhr und nicht wie beim ersten Mal der Rumpf anschoben wurde. Abermals waren einige Zuschauer gekommen, machten Fotos und erkundigten sich bei Sucek nach den Eckdaten.
Eine kleine Verzögerung gab es mit der Lieferung des Hecks: Dieses hätte bereits am Vortag samt den Flügeln aus Ennshafen ankommen sollen, doch die Abmessungen stimmten nicht: "Wir haben einen anderen Tieflader organisieren müssen, das Heck ist aber nun ebenfalls schon am Weg nach Graz", schilderte Sucek.
Entspannt zeigten sich auch Hotel-Eigentümer Helmut Neukam und Hotel-Direktor Ricardo Nickel. Letzterer meinte gegenüber der APA: "Jetzt haben wir ja schon etwas Übung." In den kommenden Tagen soll das Flugzeug - gleich wie bei der Iljuschin - am Parkdeck wieder zusammengebaut werden. Danach werden Kräne die komplette Maschine auf das Dach des neu gebauten Zubaus neben die Iljuschin heben.