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Chronik

Das sind die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl

Zehn Listen treten bei der Kärntner Landtagswahl am 4. März an. Klicken Sie sich durch die Porträts der Spitzenkandidaten.

vor 9 Jahren7. Februar 2018 um 15:40
KärntenLeute & Stars
Politik
Der 59-jährige Klagenfurter Peter Kaiser geht als Titelverteidiger ins Rennen. Kaiser, seit 2010 an der Parteispitze, will den vor fünf Jahren errungenen Spitzenplatz für seine Partei samt Landeshauptmannsessel verteidigen. Er hat den Kärntner Sozialdemokraten wieder Selbstbewusstsein gegeben und die Dreierkoalition in den vergangenen fünf Jahren trotz mancher Widrigkeiten am Laufen gehalten. Kaiser, studierter Soziologe, ist seit mehr als 30 Jahren in der Politik, er war 1989 erstmals Landtagsabgeordneter, 2005 wurde er Klubobmann, 2008 Landesrat. Es folgten knapp drei Jahre als Landeshauptmannstellvertreter, bis er 2013 Regierungschef wurde.
Für die zweitstärkste Partei, die Kärntner Freiheitlichen, geht Gernot Darmann ins Rennen. Der 42-jährige Jurist und passionierte Jäger, einst von Jörg Haider in die Politik geholt, wuchs im Lavanttal auf, 2006 trat der damalige Leiter einer Klagenfurter Bankfiliale als politischer Neuling für das BZÖ in Kärnten an und zog im Alter von 31 Jahren ins Parlament ein. Vor der Landtagswahl 2013 orchestrierte Darmann als Klubobmann die Neuwahl-Blockade im Landhaus. Danach wechselte er wieder nach Wien, wo er als Fraktionsführer im Hypo-Untersuchungsausschuss eine große Bühne erhielt. 2016 beerbte er Christian Ragger, ebenfalls Jurist, Jäger und Lavanttaler, als Kärntner FPÖ-Obmann und Landesrat. Nach dem Wahldebakel von 2013 hoffen die Freiheitlichen nun auf einen Aufschwung, dabei setzen sie auch auf die blaue Regierungsbeteiligung im Bund.
Seine erste Wahl schlägt Christian Benger (55), und das gleich als Spitzenkandidat für die ÖVP. Der in Bregenz geborene Benger studierte Forstwirtschaft in Wien. Nach mehreren Jobwechseln übernahm er 2000 das Forstgut Wallersberg in Griffen (Bezirk Völkermarkt) als Eigentümer. In der Landesregierung ist er für die Referate Land- und Forstwirtschaft zuständig, dazu kommen Kunst und Kultur, Tourismus und Wirtschaft. Nach dem Wechsel in der Bundespartei von Reinhold Mitterlehner zu Sebastian Kurz wurde in Kärnten viel spekuliert, ob Benger ausgetauscht wird, auch jetzt kursieren immer wieder Gerüchte. Viel wird also vom Wahlergebnis abhängen, die Schwarzen erhoffen sich kräftige Zuwächse.
Bereits zum vierten Mal die Liste der Grünen führt Rolf Holub an. Der 61-Jährige ist damit einsamer Rekordhalter unter den Kandidaten. Der Musiker und Kabarettist schaffte 2004 mit den Grünen erstmals den Einzug ins Landesparlament, nach dem Wahlerfolg 2013 mit einem zweistelligen Ergebnis wurde er Landesrat in der Dreierkoalition mit SPÖ und ÖVP. Nun muss er erneut ums politische Überleben der Grünen im Lande kämpfen. Die Grünen wurden im Vorjahr von inneren Querelen gebeutelt, Landessprecherin Marion Mitsche warf das Handtuch, Klubchefin Barbara Lesjak erhielt keinen Platz an wählbarer Stelle, ebenso wenig Landtagsabgeordneter Reinhold Lebersorger. Der Absturz der Bundespartei und das damit verbundene finanzielle Desaster trifft auch die Landespartei, die einen Teil der Schulden übernimmt, dieses Geld fehlt jetzt natürlich im Wahlkampf.
 Gerhard Köfer (57) tritt zum zweiten Mal an. Vor fünf Jahren war der langjährige SPÖ-Funktionär noch Frontmann des Team Stronach in Kärnten gewesen, von der Partei distanzierte er sich aber bald und fungiert inzwischen als Team Kärnten. Außerhalb Kärntens erlangte er eigentlich nur durch seine missglückte Gegenkandidatur zu Peter Kaiser als Kärntner SPÖ-Chef 2010 Bekanntheit. Als Landesrat für Straßenbau war eine Profilierung auf inhaltlicher Ebene nicht ganz einfach, nun gibt er sich als Aufdecker und Kontrollor. Dass sein Landtagsklub zerbröselte und inzwischen nur noch aus einem Abgeordneten besteht, gibt auch nicht unbedingt Aufwind für den Wahltag.
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