Gastronomie ist ihre Leidenschaft
Eine kulinarische Entdeckungsreise durch die regionale Vielfalt. Heute: St. Veit an der Glan. Was Ingrid und Gottfried Bachler schon immer gepredigt haben, wird jetzt langsam normal.

Vor 40 Jahren haben Ingrid und Gottfried Bachler noch nicht geahnt, dass ihr Lebenstraum einmal in Althofen in Erfüllung gehen wird. Das Restaurant Bachler, das sie gemeinsam betreiben, ist die Erfüllung geworden. „Gastronomie ist Leidenschaft. Daher müssen immer zwei mit Herz und Seele dabei sein“, sagt Gottfried Bachler. „Wir sind stolz auf das, was wir tun, und haben Freude dabei.“
Die Freude wird sichtbar, wenn der Wirt, der 2016 zum „Wirt des Jahres“ gekürt wurde, in den Garten hinters Haus geht und mit Stolz herzeigt, was hier alles sprießt und gedeiht. 15 Sorten Paradeiser zum Beispiel, Rosenkraut, Stangenbohnen, Puntarelle, Kohlrabi – alles alte Sorten und die meisten selbst gezogen. Für jedes Gericht, das er kocht, geht er vors Haus und zupft sich die passenden Aromen aus dem wild wuchernden Garten. „Das ist doch was, wenn ich den Gästen sagen kann: Das ist bei mir gewachsen.“
Rezept: Saibling mit Rahmpolenta
4 Stücke vom Filet würzen und auf der Hautseite braten.
120 g Polenta, 500 ml Wasser, 1 El getrocknete Paradeiser, fein gehackt, Salz, Pfeffer.
Wasser mit den Paradeisern zum Kochen bringen, die Polenta unter ständigem Rühren einrieseln lassen und auf kleiner Flamme rühren, bis sie weich ist.
250 g Eierschwammerln, 2 El gehackte Zwiebeln, 50 ml Weißwein, trocken, 125 ml Fischfond, 125 ml Rahm, 1 Msp. Kurkuma, gemahlen.
Zwiebel anschwitzen, mit Weißwein ablöschen, mit Fischfonds aufgießen. Die Schwammerln aufkochen und den Rahm einrühren.
Lieferanten aus der Umgebung
Mindestens 20 Lieferanten aus der Umgebung sind stolz, dass sie an die Bachlers liefern dürfen. Sie wissen ihre Produkte in den besten Händen. Ob es der rahmige Topfen von Hans Pilgram aus Kappel, Amaranth-Brot und Leinöl von Thausing aus Poggersdorf ist, das Wiesenschwein von Höfer, das 36 Stunden sous vide im Rohr gart, oder der Blauschimmelkäse von Nuart, den er noch 15 Monate in der eigenen Reifekammer nachreifen lässt. „Ich hab dann einen Käselaib, den es nur einmal auf der Welt gibt“, weist der Käseaffineur auf die einzigartige Qualität hin.
Wenn Mittelkärnten zum Marktplatz wird
Als hätte Ingrid Bachler nichts anderes zu tun. Seit Anfang Juli teilt sie ihr Herzblut zwischen dem Restaurant Bachler, dem gut bestückten Weinkeller und der sympathischen Initiative „Marktplatz Mittelkärnten“ auf. Wer die Kärntner Kooperationsbereitschaft kennt, weiß, welche Mega-Leistung es war, 45 Betriebe – Gastwirte, Vermieter, Bauern, Winzer, Produzenten und Handwerker aus der Region Mittelkärnten – unter einen Hut zu bringen. Sie haben sich mit Begeisterung zusammengetan, ziehen an einem Strang und hören auf Bachlers Kommando. „Wir sind eine Initiative mit unterschiedlichen Unternehmen, die für hohe Qualität, regionale Verwurzelung und Liebe zu Beruf und Produkten stehen“, sagt Bachler und fördert damit eine positive Grundstimmung in der Region. Dazu trägt auch die Verpflichtung bei, dass jeder bei jedem einkauft.
Respekt vor den wertvollen Lebensmitteln zu haben, die Lieferanten akribisch auszusuchen und zu kochen, was die Besten liefern, diese Philosophie haben mittlerweile viele Kollegen übernommen. Es seien vor allem die Jungen, die sich heute engagieren. „Die alten Wirte sind mit Jammern beschäftigt“, geht Bachler mit Kollegen durchaus kritisch um und meint dann: „Ist doch schön, wenn das, was du immer gepredigt hast, selbstverständlich wird.“