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Kultur

#Respekt: Unsere Ideen gegen den Hass im Netz

Wir stehen auf: Prominente Österreicherinnen und Österreicher und ihre Vorschläge für mehr Achtsamkeit in der digitalen Kommunikation.

vor 9 Jahren25. Juni 2017 um 14:10
KulturMedien & Unterhaltung
Journalismus stärken. Kurzfristig wird sich vermutlich nur dann etwas ändern, wenn soziale Netzwerke, Provider und auch Regierungen mehr Mitarbeiter einstellen, die sich um Hasspostings und bewusst lancierte Fake News kümmern. Das Internet ist genauso wie die reale Welt ein Ort, wo’s um Macht und Einflussnahme geht. Und genauso wie in der etwas realeren Welt braucht es langfristig auch im Netz zuerst ein Bewusstsein und dann gewisse Gesetze und Kontrollinstanzen. Darum sollten sich aber nicht nur Regierungen kümmern, sondern vor allem auch Medien. Es wird immer klarer, dass qualitätsvoller, regierungsunabhängiger Journalismus eine Notwendigkeit ist, weil er uns vor Desinformation und Manipulation schützt. 
Sich selbst treu bleiben. Ob die freie Meinungsäußerung im Netz kontrolliert gehört, ist ein so komplexes Thema, dass eine Antwort in wenigen Sätzen niemals ausreichend sein kann. Nichtsdestoweniger müssen wir uns alle darüber im Klaren sein, dass bei jeglicher Art von Kommunikation die eigene Überzeugung Auswirkungen auf andere Menschen haben kann. Ob in sozialen Netzwerken, im Alltag oder im Vieraugengespräch – eigene Meinungen formulieren und andere Ansichten respektieren, so werden gute Gespräche erst möglich.
Medienkompetenz stärken. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, Strafrecht und Menschenrechte gelten auch dort. Hass und Hetze im Internet sind kein Kavaliersdelikt und müssen streng geahndet werden. Das bedarf auch einer verstärkten Zusammenarbeit mit den Betreiberplattformen, die hier gefordert sind zu handeln. Nicht nur strafrechtliche Verfolgung, sondern auch ein Mehr an Prävention, insbesondere in den Schulen, ist notwendig, sodass Schülerinnen und Schüler von Beginn an den richtigen Umgang mit Medien lernen und erkennen, dass auch in den sozialen Netzwerken Verantwortung für das eigene Handeln und den Umgang miteinander übernommen werden muss.
Mehr Skepsis! Wenn ich mir die Postings im Internet anschaue und die Standpunkte, die die Leute vertreten, weiß ich, dass man, so lange man lebt, darauf achten muss, dass die Stimme des Volkes nicht zur Stimme der Politik wird.
Fakten den nötigen Raum geben. Wahlkampf sei „Zeit fokussierter Unintelligenz“, hat der Wiener Bürgermeister einmal gesagt. Aus Respekt vor unserer Demokratie und den Wählerinnen und Wählern sollten wir versuchen, das Gegenteil zu beweisen. Denn wenn wir wollen, dass im Internet, in den sozialen Medien, vernünftige Diskussionskultur herrscht, müssen wir als Politiker mit gutem Beispiel vorangehen. Damit meine ich nicht nur den Respekt vor dem Gegenüber, sondern Respekt vor unserer Demokratie und vor den Wählerinnen und Wählern: Offen und aufrichtig die Wahrheit aussprechen. Nicht nur an die nächste Schlagzeile denken. Den Inhalten und Fakten den nötigen Raum geben. Nicht nur Probleme beschreiben, sondern glaubwürdige Lösungen anbieten. Dinge nur versprechen, wenn sie auch einlösbar sind. Auch das ist Respekt. Ich bin sicher, dass auch der Respekt der Menschen vor der Politik dadurch steigt.
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