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Was vom Papst-Besuch am Weltjugendtag bleibt

Mit einer Papstmesse unter freiem Himmel vor einem Millionenpublikum ist der 31. Weltjugendtag in Krakau am Sonntag zu Ende gegangen. Was vom Besuch des Kirchenoberhauptes bleibt.

NÄCHSTENLIEBE HÖRT NICHT BEI FLÜCHTLINGEN AUF. Ausgerechnet im tiefkatholischen Polen will die nationalkonservative Regierung muslimischen Flüchtlingen aus Syrien oder Afghanistan keinen Schutz gewähren - und ist sich dabei der Unterstützung breiter Teile der Bevölkerung sicher. Auch Polens Bischöfe, die teils eng mit der Regierung verbandelt sind, zeigen keine klare Kante. Der Papst schon.  
Es sei die "die Bereitschaft zur Aufnahme derer notwendig, die vor Kriegen und Hunger fliehen", mahnte Franziskus bei einem Treffen mit der polnischen Staatsspitze.
SCHWEIGEN SAGT MANCHMAL MEHR ALS WORTE. Lange in Erinnerung bleiben wird der bewegende Auftritt von Franziskus im früheren deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Schweigend und in aller Stille durchschritt er das Gelände, traf Überlebende, stieg in eine düstere Todeszelle hinab, berührte einen Galgen. Und hielt immer wieder zum Beten für die Opfer inne, an einer Stelle etwa 15 Minuten. "Herr, vergib uns so viel Grausamkeit", schrieb er in ein Besucherbuch.
DIE KIRCHE KANN WELTUMSPANNEND MOBILISIEREN. Eine Million Pilger nahmen Krakau für sechs Tage in Beschlag. Aus mehr als 180 Staaten reisten die WJT-Teilnehmer nach Südpolen und erwiesen sich als Mustergäste. Egal ob auf den teils engen Straßen der Krakauer Altstadt oder den Feldern der großen Open-Air-Messen mit Franziskus: Sie feierten ausgelassen eine friedliche Mega-Party, bejubelten ihren Papst wie einen Popstar, genossen die Gemeinschaft, voller Respekt vor den anderen. Rangeleien, Pöbeleien, Alkohol? Fehlanzeige.
DIE JUGEND SOLL REBELLISCH SEIN. Franziskus wiederholte seine Botschaft an die WJT-Teilnehmer gebetsmühlenartig: Mischt Euch ein, erhebt Eure Stimme, seid nicht langweilig, keine Couch-Potatoes. Er finde es schön, "euch so rebellisch zu sehen", rief er den Pilgern zu. Oder: "Liebe junge Freunde, wir sind nicht auf die Welt gekommen, um zu vegetieren, um es uns bequem zu machen, um aus dem Leben ein Sofa zu machen, das uns einschläfert."