Prozess um Messerattacke nächsten Dienstag in Wr. Neustadt

Ein 67-Jähriger steht nächsten Dienstag wegen versuchten Mordes an seiner Frau im vergangenen Februar in Kottingbrunn (Bezirk Baden) in Wiener Neustadt vor Gericht. Er muss sich auch wegen versuchter Mitwirkung an der Selbsttötung verantworten. Das Paar wollte Suizid begehen, der Mann soll einen "Giftcocktail" gemischt haben. Dann soll er der 66-Jährigen laut Anklage in den Bauch gestochen haben. Der 67-Jährige bestreitet laut seinem Verteidiger Nikolaus Rast die Vorwürfe.
Der 67-Jährige hatte 2025 wegen Untreue und betrügerischer Krida rechtskräftig eine dreijährige unbedingte Haftstrafe erhalten. Seine Frau wurde ebenfalls verurteilt. Die beiden Aufforderungen zum Strafantritt wurden im Dezember 2025 abgeschickt. Die beiden dürften sich als Justizopfer gesehen haben und sollen in E-Mails an mehrere Empfänger den geplanten Suizid angekündigt haben.
Das Paar soll am Abend des 1. Februar 2026 den vom Mann gemischten Medikamentencocktail getrunken haben, das Opfer soll in einen Schlaf gefallen und erst wieder im Krankenhaus aufgewacht sein. Der 67-Jährige soll am nächsten Tag aufgewacht sein. Als er bemerkte, dass er und seine Frau noch lebten, soll er ihr zwei Mal mit einem Küchenmesser in den Bauch gestochen haben.
Eine Empfängerin des E-Mails soll die Einsatzkräfte verständigt haben. Die lebensgefährlich verletzte 66-Jährige wurde im Wohnhaus des Paares entdeckt und ins Krankenhaus gebracht. Der Verdächtige wurde ebenfalls mit Blessuren ins Spital transportiert. Das Messer wurde sichergestellt. Beim geplanten Suizid blieb es mangels einer ausreichenden Medikamentenmenge beim Versuch. Der Anklage zufolge soll die Anwendung eines Messers, um zu sterben, nach Aussage der Frau nicht vereinbart gewesen sein.
Der Angeklagte verbüßt derzeit eine Strafhaft wegen Untreue und betrügerischer Krida. Die Geschworenenverhandlung ist nach Gerichtsangaben für einen Tag anberaumt.
(S E R V I C E - Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u. a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, www.frauenhelpline.at; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at, sowie beim Frauenhaus-Notruf unter 057722 und den Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217, https://www.gewaltschutzzentrum.at/, beim Polizei-Notruf: 133, sowie in Niederösterreich beim NÖ Frauentelefon unter 0800-800 810.)