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Keine Auffahrt auf A9-Zubringer für Liezener Südspange

Zusätzliche Auffahrt auf Autobahnzubringer würde neu gebaute Südspange aufwerten und Stauaufkommen vermindern. Land sieht keine Verhältnismäßigkeit zum Aufwand.

© KLZ / Gerhard Pliem
Nur wenige Meter trennen die Verlängerung der Liezener Südspange und den Autobahnzubringer, eine Verbindung ist dennoch sehr unwahrscheinlich
Gerhard Pliem

Zur Hauptreisezeit wird die Liezener Durchfahrtsstraße regelmäßig zur Stauzone. Varianten für eine großräumige Umfahrung wurden geprüft und verworfen. Zuletzt kam das Aus für den geplanten Ausbau der Ennstalstraße durch Liezen. Die Situation liefert viel Diskussionsstoff, von einem möglichen Lösungsansatz hört man in Gesprächen immer wieder. Er betrifft die sogenannte Südspange, eine kleinräumige Umfahrungsvariante zur B 320, die schon beinahe bis zum Autobahnzubringer realisiert wurde.

Vom Liezener Ortsgebiet aus kann man am Bahnhof vorbei, südlich des Einkaufszentrums ELI und des Diskonters Lidl problemlos parallel zur Bundesstraße fahren. Damit weicht man dem Stau aus. Für die anschließende Südspange wurden extra ein Straßenstück der Richard-Steinhuber-Straße als Lückenschluss neu gebaut und ein Bahnübergang adaptiert. Allerdings: Offiziell muss man bei der Ausfahrt des ehemaligen Kika wieder auf die Bundesstraße. Das bedeutet in Hochfrequenzzeiten: wiederum Ampelregelung und Stau.

Lösung wäre theoretisch einfach

Die – zumindest theoretisch einfache – Lösung: eine Verlängerung der Südspange auf den A9-Zubringer. Diese verläuft derzeit nur als landwirtschaftlicher Weg direkt neben dem Autobahnzubringer Richtung Rottenmann. Die Auffahrtmöglichkeit wäre lediglich einen Katzensprung entfernt.

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Liezens Bürgermeisterin Andrea Heinrich (SPÖ)
Liezens Bürgermeisterin Andrea Heinrich (SPÖ) © KLZ / Gerhard Pliem

„Die Idee wäre gut, die Bundesstraße würde entlastet, das gehört angeschaut“, sagt Liezens Bürgermeisterin Andrea Heinrich (SPÖ) und verweist auf Bauamtsleiterin Rosa Sulzbacher. Eine neue Einbiegespur auf den Autobahnzubringer sei bei den Ausbaugesprächen für die B 320 durch Liezen kurz Gesprächsthema gewesen, aber nicht weiterverfolgt worden, erzählt Sulzbacher.

Die Spur sei technisch schwierig umzusetzen und zudem eine Kostenfrage. „Eigentlich eine gute Idee, ich bin aber skeptisch, ob die Asfinag mit im Boot ist. Wenn nicht, wäre das richtig teuer“, ergänzt Liezens Verkehrssprecher Gerald Treschnitzer (FPÖ). „Das wäre eine super Variante. Man müsste mit der Asfinag über die Kostenaufteilung aber gut verhandeln“, meint auch Raimund Sulzbacher, Chef der ÖVP-Opposition. Der Wunsch aus Liezen wäre also da. Nur: Die Realität sieht anders aus.

Absage vom Land Steiermark

Im Büro von Verkehrslandesrätin Claudia Holzer sieht man nach Rücksprache mit der Baubezirksleitung Liezen wenig bis keine Chancen zur Verwirklichung: Erstens sei die Richard-Steinhuber-Straße eine Gemeindestraße. Zweitens würde die Anbindung an die Rampe der A9 umfangreiche Bauarbeiten für einen Beschleunigungsstreifen erfordern. Und ob die Asfinag einer neuen Auffahrt direkt am Ende des bestehenden Beschleunigungsstreifens zustimmen würde, sei drittens „mehr als fraglich“. Noch dazu müsste ein Zubringer zum R7 Radweg verlegt werden.

© KLZ / Gerhard Pliem
Ab hier ist die Benutzung nur mehr für Anrainer und Radfahrer erlaubt. Im Hintergrund sieht man hinter dem Strommasten den Autobahnzubringer

Und da die Verkehrsentlastung nur in Richtung Rottenmann erfolgen würde, sei „der Aufwand für eine solche Lösung derzeit weder verhältnismäßig noch wirtschaftlich vertretbar“. Nachsatz der Stellungnahme: „Auf die Entscheidung des Landes und der Stadtgemeinde Liezen, den Istbestand aktuell zu belassen, darf hingewiesen werden.“