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Infineon-Ausbau: „Kärnten wird zu Europas Silicon Valley“

Politik und Wirtschaft jubeln über die Großinvestition der Infineon. In der Bevölkerung werden neben den Chancen auch die Förderungen und mögliche Folgen für den Wohnungsmarkt diskutiert.

Panoramablick auf eine riesige Firma mit vielen verbundenen Hallen, Bürogebäuden, Parkplätzen und Parkhäusern
© Infineon
In Villach errichtet die Infineon um 1,1 Milliarden Euro die weltweit erste Hochvolumenfertigung für Galliumnitrid-Leistungshalbleiter auf 300-mm-Wafern

1,1 Milliarden Euro für Villach. Die am Dienstag, 27. Oktober, präsentierte Großinvestition von Infineon sorgt für Begeisterung und Einigkeit quer durch die politischen Lager. Von einem historischen Meilenstein ist die Rede. Neben Lob und Jubel gibt es auch einige Bedenken aus der Bevölkerung.

Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) spricht von einem Signal an die globale Technologiebranche. Die Fertigung zeige die Qualität des Standorts. „Kärnten spielt damit offiziell in der obersten Liga der globalen Technologie-Zentren“, so Fellner. Die Entscheidung zeige Vertrauen in die Menschen der Region. Ähnlich argumentiert Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP), der auf den schwierigen Zustand der europäischen Industrie verweist. Die Investition bestätige Kärntens Attraktivität. Er erwartet Impulse für Wertschöpfung und Forschung und hebt auch die Bundesförderung hervor. Auch darin sieht er Vertrauen in den Standort.

Fakten zur Milliarden-Investition

  • Investition: 1,1 Milliarden Euro bis 2034 am Standort Villach.
  • Förderung: 319 Millionen Euro aus Mitteln des Wirtschaftsministeriums im Rahmen des European Chips Act.
  • Entstehen soll die weltweit erste Hochvolumenfertigung von Galliumnitrid-Leistungshalbleitern (GaN) auf 300-Millimeter-Wafern.
  • Produktionsstart: Ende 2027 geplant.
  • Einsatzgebiete: KI-Rechenzentren, Elektroautos, Solaranlagen, Ladeinfrastruktur und Robotik.

Auch Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl sieht ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort Kärnten. „Infineon zeigt damit einmal mehr, dass bei uns Technologien entwickelt und produziert werden, die weltweit gefragt sind.“ Davon würden neben den Beschäftigten auch Zulieferbetriebe und der gesamte Standort profitieren, betont Mandl.

Team-Kärnten-Chef Gerhard Köfer sieht die Investition als „Boost“ und „wichtigen Impuls“ für den Industriestandort. Entscheidend sei jedoch, dass sich rund um Infineon ein wirtschaftliches Umfeld, insbesondere in der Forschung, entwickelt.

Villacher Stadtpolitik freut sich gemeinsam

In Villach selbst demonstriert die Stadtpolitik Einigkeit. Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) sowie die Stadträte Erwin Baumann (FPÖ) und Christian Pober (ÖVP) begrüßen den Ausbau in einer gemeinsamen Erklärung als langfristige Absicherung des Wirtschaftsstandorts. „Die Investition stärkt unsere Stadt und eröffnet neue Chancen für die Menschen in und um Villach“, heißt es darin. Für mögliche spätere Erweiterungen wird derzeit die alte Mülldeponie neben dem Werk abgetragen. Die neue Fertigung entsteht jedoch in bestehenden Gebäuden.

Erste Reaktionen aus der Bevölkerung: Positiv mit einigen Bedenken

Auch im Netz überwiegt die Freude über die Milliarden-Investition. „Solche Nachrichten würde man gerne öfter hören“, schreibt ein Nutzer, ein anderer sieht Kärnten auf dem Weg zu Europas „Silicon Valley“. Doch es gibt auch Bedenken. Während einige hinterfragen, warum ein Konzern mit Milliardengewinnen Steuergeld in Form von Förderungen erhält, befürchten andere steigende Wohnungsmieten durch den wirtschaftlichen Aufschwung.