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Nationalpark koordiniert Steinadlerschutz in den Ostalpen

Im Projekt „East-Alp Eagle Alliance“ werden Forschungsergebnisse und Schutzmaßnahmen für den Steinadler in Tirol und Bayern gebündelt. Der Nationalpark Hohe Tauern übernimmt die Koordination.

© NPHT/Gressmann
Ein Steinadler, aufgenommen in Kals

Mit der „East-Alp Eagle Alliance“ bündeln Schutzgebiete und Forschungseinrichtungen aus Tirol und Bayern ihre Kräfte für den Schutz des Steinadlers in den Alpen. Als Leadpartner übernimmt der Nationalpark Hohe Tauern die Koordination des im Rahmen des Interreg-Programms Österreich–Bayern geförderten Projekts, das bis Ende 2028 läuft.

Im Fokus stehen die Vernetzung und Bündelung bestehender Expertisen, die gemeinsame Weiterentwicklung des Steinadlermonitorings und die Entwicklung von langfristigen Schutzmaßnahmen für den „König der Lüfte“. Auch der Nationalpark Hohe Tauern ist ein bedeutender Lebensraum für die imposanten Greifvögel, denn hier brüten rund 40 Steinadlerpaare. Damit beherbergt das Gebiet einen wesentlichen Anteil des österreichischen Gesamtbestandes.

Um die Entwicklung der Population zu beobachten und die Lebensräume zu erhalten, führt der Nationalpark seit Jahren ein systematisches Greifvogelmonitoring durch. „Der Schutz des Steinadlers endet nicht an Landesgrenzen. Damit er auch künftig über unseren Gipfeln seine Kreise ziehen kann, bündeln wir mit dem Projekt East-Alp Eagle Alliance die Erfahrungen in Forschung und Naturschutz, teilen Wissen und lernen voneinander. So wollen wir gemeinsam einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Schutz des Steinadlers in den Alpen leisten“, sagt Florian Jurgeit, Direktoriumsvorsitzender des Nationalparkrates Hohe Tauern mit Sitz in Matrei.

© KK/Thaller Reinhard
Zum Auftakttreffen von East-Alp Eagle Alliance kamen im Nationalparkzentrum „Haus der Berge“ in Berchtesgaden 29 Projektbeteiligte aus Bayern und Österreich zusammen

Als Leadpartner übernimmt der Nationalpark Hohe Tauern eine zentrale Funktion im Konsortium und schafft die Voraussetzungen für eine abgestimmte Zusammenarbeit. Neben dem Nationalpark sind die Universität Innsbruck, der Nationalpark Berchtesgaden, der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen sowie der Verein „Alpine Biodiversity“ Projektpartner. Die langjährige Erfahrung des Nationalparks Hohe Tauern im Greifvogelmonitoring bildet eine wichtige Grundlage für die Zusammenarbeit.

Grenzüberschreitende Adler-Beobachtungen

Die Ergebnisse der Adler-Beobachtungen sind nicht nur für die Forschung relevant, sondern liefern auch wichtige Grundlagen für das Schutzgebietsmanagement. So können sensible Brutplätze besser berücksichtigt und mögliche Störungen während der Brutzeit reduziert werden. Im Rahmen der „East-Alp Eagle Alliance“ steht der Aufbau eines harmonisierten, grenzüberschreitenden Steinadler-Monitorings im gesamten Projektgebiet im Mittelpunkt. Es soll eine wissenschaftliche Grundlage für fundierte Naturschutzentscheidungen und die Bewertung möglicher Störrisiken schaffen. Ergänzend liefern GIS-gestützte Habitat- und Trendanalysen wichtige Erkenntnisse über Lebensräume, Bestandsentwicklungen und mögliche Gefährdungen.