Erst 19-jährige Alisha Palmowski kürt sich zur F1-Academy-Siegerin
Die F1-Academy ist das weibliche Pendant zur Königsklasse der Männer. Zu den Gratulanten zählt auch Max Verstappen. Die Britin hat im Motorsport noch viel vor.
Es ist noch nicht lange her, da wurden Frauen im Motorsport belächelt, von der großen Formel 1 als Bürde, und nicht als Chance gesehen. Erste Versuche, die schnellsten Rennfahrerinnen der Welt in einer eigenen Serie gegeneinander antreten zu lassen, verliefen im Nichts – auch aufgrund der mangelnden Unterstützung aus der Formel 1. Das alles änderte sich mit der Gründung der F1-Academy, dem weiblichen Pendant zur Königsklasse der Männer. Unter der Schirmherrschaft von Susie Wolff, ihrerseits Pionierin im Motorsport, entwickelte sich die Serie zu einer Weltmarke – inklusive eigener Netflix-Dokumentation und 1,3 Millionen Follower auf Instagram.
Doch die Academy ist weit mehr als bloßer Schein, sondern tatsächlich ein gewaltiges Sprungbrett für junge Frauen, die ansonsten wortwörtlich auf der Strecke bleiben würden. Jüngstes Beispiel für die beeindruckende Entwicklung des Sports ist Alisha Palmowski, die im US-amerikanischen Austin ihren Premierentitel in der Academy fixierte. Beeindruckend: Die 19-Jährige tat dies für Campos-Racing, aber in den Farben von Red Bull, weshalb Isack Hadjar und Superstar Max Verstappen unter den ersten Gratulanten waren. Bevor sie in die Academy kam, machte sich Palmowski bereits im GT-Nachwuchssport einen Namen, wurde 2024 mit drei Siegen und elf Stockerlplätzen Vizemeisterin in der GB4-Meisterschaft.
„Ganz normales Mädchen“
Das „ganz normale Mädchen aus Manchester“, wie sich die Britin selbst bezeichnet, ist anders als viele ihrer männlichen Kollegen kein Kind einer Millionärsfamilie. Als sie 2015 im Rahmen eines Ausflugs erstmals in einem Go-Kart saß, wusste sie aber sofort, wohin die Reise gehen soll. „Es fühlte sich an wie zu Hause. Das war es, was ich tun wollte.“ Der größte Erfolg gelang ihr 2022, als sie als erst zweite Frau das Ginetta Junior Scholarship gewann, ein Stipendium für angehende Motorsportler. „Der Gewinn des Stipendiums ist der Höhepunkt meiner Karriere und wird es immer bleiben, egal was ich später erreichen werde, denn ohne das Stipendium würde ich jetzt nicht in diesem Auto sitzen.“
Wohin die Reise gehen soll, ist für Palmowski klar: „Natürlich will ich einmal in die Formel 1.“ Vorerst geht es für die talentierte Britin aber in anderen Rennserien weiter, muss sie die Academy nach ihrem Gesamtsieg doch laut Regelwerk verlassen. Wie bedeutend der Academy-Titel ist, zeigt sich auch an den Vorgängerinnen. Vorjahressiegerin Doriane Pin ist mittlerweile Entwicklungsfahrerin bei Mercedes in der Formel 1, Abby Pulling, die 2024 den Titel holte, ist für Nissan in der Formel E unterwegs. Gut möglich also, dass Palmowski weiterhin für Furore sorgen wird – ihr Sponsor Red Bull hat im Motorsport in diversen Serien doch Jahr für Jahr einige Cockpits zu vergeben.