Ermittlungen gegen Spitzen der Grazer Messe, Dementi zu Vorwürfen
Nach Anzeige ermittelt die Staatsanwaltschaft: Führungskräfte bei der Messe sollen gegenüber Veranstaltern überhöhte Rabatte gewährt und Zusatzleistungen nicht verrechnet haben. Heutiger Vorstand dementiert.

Dieses verlängerte Wochenende ist für Martin Ullrich kein geruhsames, so viel steht fest: Wurde doch am Sonntag publik, dass auch gegen den heutigen Vorstand der Messe Graz (MCG) Ermittlungen seitens der Staatsanwaltschaft eingeleitet wurden. Es geht um mögliche Verstöße gegen sogenannte Compliance-Richtlinien. „Ja, es gibt eine Anzeige, da geht es um drei Veranstaltungen und einen Bereich innerhalb der Messe“, so Ullrich zur Kleinen Zeitung, der damit einen Bericht der „Krone“ bestätigt. Wobei sich diese anonyme Anzeige gegen drei Angestellte der Messe richte – oder besser gesagt gegen zwei und eine mittlerweile aus dem Unternehmen ausgeschiedene Person, wie Ullrich ebenfalls bestätigt.
Konkret geht es um die Jahre 2024/2025, wie auch Christian Kroschl als Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Graz gegenüber der Kleinen Zeitung ergänzt – Namen dürfe er keine nennen, betont Kroschl. „Ich kann bestätigen, dass die Staatsanwaltschaft Graz gegen einen leitenden Angestellten der MCG wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Dieser soll entgegen internen Compliance-Richtlinien gegenüber Ausstellern und Veranstaltern teils überhöhte Rabatte gewährt bzw. genehmigt und teils Zusatzleistungen nicht verrechnet sowie für einzelne Veranstaltungen keine nachvollziehbare Preiskalkulation vorgenommen haben, wodurch Verluste in zumindest fünfstelliger Höhe entstanden seien.“, so Kroschl. Und: „Zwei weitere leitende Angestellte stehen im Verdacht, zu diesen Untreuehandlungen beigetragen zu haben, indem sie diese in ihrer jeweiligen Funktion für die MCG geduldet bzw. genehmigt haben.“
Wenn du deinen E-Mail-Eingang öffnest und da das Wort ,Untreue‘ liest... das wünsche ich keinem.
— Martin Ullrich, MCG-Vorstand
Dementi
Martin Ullrich ist ja heute Vorstand der Messe, zum fragwürdigen Zeitpunkt war er noch Finanzchef. „Also haben derartige Tätigkeiten grundsätzlich auch die Bereichsleiter sowie die operativen Geschäftsführer bei uns verantwortet“, so Ullrich – der vor allem betont: „Der Aufforderung der Staatsanwaltschaft nach einer Stellungnahme sind wir nachgekommen. Mehr noch: Wir haben darin betont, dass es sehr wohl einen positiven Deckungsbeitrag gegeben hat, das haben wir auch mit dazugehörigen Rechnungen belegt.“

Wann er von der Anzeige erfahren hat? Ullrich: „Im August. Und wenn du deinen E-Mail-Eingang öffnest und da das Wort ,Untreue‘ liest... Das wünsche ich keinem.“