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Sexualisierte Kinderfilme? Sydney Sweeney provoziert mit Reizwäsche

Mit einer weihnachtlichen Dessous-Werbung sorgt die US-Schauspielerin abermals für Aufsehen. Kritiker werfen der 29-Jährigen die Sexualisierung beliebter Kinderfiguren vor.

© IMAGO/Alessandro Bremec/IPA/ABACA
Sydney Sweeney (29) polarisiert erneut mit freizügiger Werbekampagne
Christoph Lamprecht
Redakteur News & Social Media

Es ist nicht das erste Mal, dass Schauspielerin Sydney Sweeney („Euphoria“, „The White Lotus“) mit einem Werbeauftritt für geteilte Meinungen sorgt. Neu sind hingegen die Vorwürfe, wonach die US-Amerikanerin fiktive Kinderfiguren zu Provokationszwecken bewusst sexualisiere. Dahinter steckt die jüngste Kampagne für Sweeneys Unterwäschekollektion, in deren Rahmen vor Kurzem ein Videoclip veröffentlicht wurde, in dem die 29-Jährige freizügig gekleidet Figuren aus weihnachtlichen Kinderfilmen („Der Grinch“, „Kevin allein zu Haus“, „Nightmare before Christmas“) imitiert.

Die dabei laut gewordene Kritik stört sich also nicht unbedingt an der teilweisen Nacktheit selbst, wie es bei früheren Marketingaktionen der Schauspielerin der Fall war, sondern am Kontext, in den die beworbenen Dessous gestellt werden. Insbesondere wird beanstandet, dass Sweeney mit tief ausgeschnittenem Dekolleté und kurzem Rock als „Cindy Lou Who“ gezeigt wird, da die fiktive Figur im Kinderbuch „Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat“ ein junges Mädchen ist.

Politischer Kulturkampf um freizügige Schauspielerin

Vor allem in den USA lässt sich seit Jahren ein Kulturkampf um die Deutung der öffentlichkeitswirksamen Auftritte der Schauspielerin beobachten. Ebendieser wird nicht nur stark polarisiert, sondern auch durchaus widersprüchlich geführt. So scheint Sweeney längst zu einer Projektionsfläche für gesellschaftliche Debatten über Schönheit, Sexualität, Feminismus und Politik geworden zu sein.

Während sie einerseits schlichtweg als selbstbewusste Frau, die ihre Attraktivität gezielt vermarktet, wahrgenommen wird, sprechen andere Stimmen von gezielter Provokation und kritisieren, dass die Schauspielerin die Rückkehr zu problematischen Schönheitsidealen und veralteten Geschlechterrollen propagiere.

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Zahlreiche konservative Kommentatoren, die der republikanischen Partei nahestehen, sowie US-Präsident Donald Trump selbst lobten Sweeney hingegen wiederholt als Gegenentwurf zu einer „woken“ Agenda.

Dass sie von den sehr unterschiedlichen Wahrnehmungen profitiert, scheint die Schauspielerin bei ihrer Vermarktung nicht zu stören. So gehen Medien- und Werbefachleute in ihren Analysen davon aus, dass Sweeneys Werbekampagnen gezielt für Aufregung sorgen sollen, da die dazugehörigen Kontroversen stets große Aufmerksamkeit erzeugten. Überdies wurde die Schauspielerin bezichtigt, politische Zuschreibungen zuzulassen und etwaige Distanzierungen aus strategischen Gründen weitestgehend zu vermeiden.

Sweeney: „Bin kein hasserfüllter Mensch“

Was sie selbst zu alldem sagt? Angesprochen auf eine Werbekampagne, die aufgrund eines zweideutigen Slogans als rassistisch empfunden wurde, meinte Sweeney in einem Interview mit dem Männermagazin GQ im November 2025: „Ich habe eine Jeans-Werbung gemacht.“ Die öffentliche Reaktion habe sie überrascht, da sie kein politisches Statement habe setzen wollen.

Dass ihr langes Schweigen zu dem Thema gesellschaftliche Gräben eher vertieft als geglättet hätte, räumte sie wenig später gegenüber dem People Magazine ein: „Ich bin gegen Hass und Spaltung.“ Angesprochen darauf, dass sie als politisches Symbol konservativer und weit rechts stehender Kräfte – unter anderem als „MAGA-Barbie“ – vereinnahmt werde, antwortete Sweeney in einem Interview der Frauenzeitschrift Cosmopolitan Anfang des Jahres: „Ich bin kein politischer Mensch.“ Sie sei Schauspielerin geworden, um Geschichten zu erzählen, und nicht, um über Politik zu reden. Für ihre Vereinnahmung seien andere verantwortlich.

Des Weiteren erklärte Sweeney auf die Frage, von welcher Behauptung sie sich wünsche, dass sie für immer aus der Welt geschafft werde: „Dass ich ein hasserfüllter Mensch bin.“

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