Nach 32 Jahren: Vizebürgermeister tritt aus SPÖ aus und gründet eigene Liste
Der 2. Vizebürgermeister von Liebenfels, Werner Ruhdorfer, tritt bei der Gemeinderatswahl 2027 mit einer eigenen Liste an.

Am Freitagabend verkündete Werner Ruhdorfer, 2. Vizebürgermeister von Liebenfels, seinen Parteiaustritt bei der SPÖ und kündigte an bei der Bürgermeister- und Gemeinderatswahl 2027 mit einer eigenen Liste anzutreten – „Gemeinsam für Liebenfels – Team Werner Ruhdorfer“.
„Gemeinsam mit Gemeinderat Harry Wipperfürth und Heinz Gritzner habe ich ein kleines Team gegründet. Meine Beweggründe, die Partei zu verlassen, waren unter anderem das fehlende Mitteinander. Es wurden Dinge im kleinsten Rahmen besprochen und man wurde dann vor vollendete Tatsachen gestellt. Beim neuen Bildungszentrum, zum Beispiel, habe ich als Schulreferent der Gemeinde von manchen Entscheidungen erst zum Schluss erfahren. Die Mitsprache hat gefehlt und somit das Miteinander“, erklärt Ruhdorfer.
Auch der Umgang mit dem Gemeindebudget bereitet Ruhdorfer große Sorgen. Trotz der seit Jahren angespannten Haushaltslage werden die Ausgaben der Gemeinde mit weiteren Projekten vielfach erhöht, ohne dass die Finanzierung ausreichend abgesichert ist. „Das entbehrt jeder wirtschaftlichen Vernunft und bringt uns auf einen finanziellen Weg, den ich so nicht mehr verantworten kann“, ergänzt Ruhdorfer.
Seit 32 Jahren in der Politik
Seit 1994 war der Polizist SPÖ-Parteimitglied. „Seit knapp 15 Jahren bin ich Vizebürgermeister. Mein Ziel ist es, die Bevölkerung stärker in die kommenden Entscheidungen und Themen einzubinden und mit jedem das Gespräch zu suchen. Ebenso ist unsere Liste offen für alle, die etwas verändern wollen und neue Ideen für Liebenfels haben. Es kann jeder bei uns mitmachen, egal welche Einstellung und unabhängig von seiner politischen Parteizugehörigkeit“, betont der 57-Jährige.
Erste Reaktionen auf seine Entscheidung gab es schon. „Die Nachricht hat wirklich die Runde gemacht. Mein Handy läutet seit gestern Abend durchgehend.“ Die Ex-Parteikollegen haben laut Ruhdorfer die Entscheidung „akzeptiert, einige waren geschockt und ein paar sogar enttäuscht.“
Der nächste Schritt der Liste ist es, Anregungen und Vorschläge aus der Bevölkerung zu sammeln. Der Spitzenkandidat wird bei Hausbesuchen persönlich das Gespräch suchen. Alle Interessierten sind außerdem eingeladen, ihre Ideen per E-Mail an liste@gemeinsam-liebenfels.at zu senden.